An der Südwestküste Frankreichs, in der Region Aquitanien, liegt eine Hafenstadt, wie sie schöner kaum sein kann: La Rochelle. Warum das so ist – dazu kommen wir jetzt….
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Intro und Reisebericht
La Rochelle liegt ein Stück südlich der Bretagne, ungefähr auf halber Strecke zwischen Nantes und Bordeaux und damit zählt es auf jeden Fall schon zu Südfrankreich.

Die Hafenstadt am Atlantik hat eine bewegte Geschichte erlebt: Ursprünglich wurde sie von Galliern gegründet. Die Römer brachten den Weinanbau und die Gewinnung von Speisesalz in Salinen, die man noch heute an der Küste immer wieder sieht.

Später siedelten hier Alanen, ein Volksstamm, der ursprünglich von der Donau kam. Es gesellten sich entflohene Sklaven hinzu, die Colberts, und im Mittelalter kam auch noch der Templerorden dazu.
Die Templer sorgten für den Ausbau und de Befestigung des Hafens, der damit zum größten Hafen an der Atlantikküste wurde. Neben dem Fischfang und Seehandel, fanden auf dem Meer um la Rochelle aber auch mehrere Seeschlachten statt.

Im 14. Jahrhundert kämpften hier Spanier und Franzosen mit 60 Schiffen gegen 40 Schiffe der Engländer. Die Franzosen gewannen und erlangten damit die Hoheit über den Ärmelkanal.
Im zweiten Weltkrieg errichteten die Deutschen bei La Rochelle einen großen U-Boot-Bunker, von dem aus deutsche U-Boote weit in den Atlantik hinein operierten, von den englischen Küsten, bis an die Küsten Ostafrikas.

Noch heute finden sich entlang der gesamten französischen Atlantikküste Bunkeranlagen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.
Doch heute geht es in La Rochelle absolut friedlich zu, denn neben dem Fischfang, der immer noch wichtig ist, findet man hier hunderte (oder mehr) Segelyachten aller Größen und die Stadt lebt auch sehr stark vom Tourismus.

Wir finden mit unserem Wohnmobil einen wunderbaren Campingplatz nahe dem Meer und nicht weit von der Altstadt. Wahrscheinlich haben wir einen der letzten freien Plätzer ergattert. La Rochelle zieht auch im Herbst noch viele Reisende an.
Der Herbst in Südfrankreich ist aber auch ausgesprochen mild. und so machen wir uns mit den Ebikes auf um die Altstadt um den Hafen zu erkunden.

Die Stadt ist ausgesprochen Fahrrad-freundlich. Es gibt jede Menge Radwege, auch entlang der langgestreckten Strandpromenade und durch mehrere wunderbare Parkanlagen de Stadt.
Das Zentrum selbst ist weitgehend frei von Autoverkehr. Aber es gibt jede Menge Fahrräder und Roller, die zum Teil ziemlich flott unterwegs sind – also immer schön die Augen aufhalten!

Die Altstadt wurde von einer großen Stadtmauer umgeben, von der noch Teile vorhanden sind. Besonders auffällig ist der wunderschöne Turm Tour de la Lanterne. Die Hafeneinfahrt selbst wird auch von massiven Türmen beschützt, dem Tour de la Chaine und dem Tour Saint-Nicolas.

Letzterer wird gerade von Gerüsten verschandelt, aber Restaurierungs-Arbeiten müssen eben auch mal sein.
Rund um die alten Hafenbecken befindet sich die Altstadt. Es gibt eine wunderbare schattige Allee mit Restaurants und zwei weitere offene Seiten mit jeder Menge Restaurants und Cafés.

Bei dem schönen Wetter heute, sind die Terrassen auch bald gut gefüllt und bleiben es auch für den Rest des Tages.
Durch das Tor Grosse Horloge gelangen wir in die Gassen der Altstadt. Steinpflaster, alte Häuser, viele Geschäfte aller Art und jede Menge Arkaden, also Bogen-Gänge, fallen uns auf. Auch enge Gassen wirken durchaus freundlich und einladend.

Der helle Stein, aus dem die meisten Häuser gebaut wurden, trägt sehr dazu bei. Auch wenn hier und da mal ein Haus nicht so gepflegt ist, ist der Gesamteindruck sehr schön.
Wir bummeln über einen Lebensmittelmarkt, stecken den Kopf in den einen oder anderen Laden und schlendern in großem Bogen zurück zum Hafen, wo wir ein Mittagessen finden, mit Blick auf die Boote.

Auf dem Weg haben wir ein paar Sehenswürdigkeiten gestreift und wer Interesse daran hat, kann hier sicher noch viel mehr Zeit verbringen.
Aber was die Stadt aus meiner Sicht wirklich auszeichnet, ist, dass man sich hier wunderbar mit dem Fahrrad oder zu Fuss bewegen kann.

Und so kann man bequem die wunderschöne Altstadt und den schönen Hafen, den nahen Strand oder die nahen Parks genießen und bleibt dabei – trotz aller Menschen – sehr schön entspannt.
Entspannen und genießen – wie Gott in Frankreich eben. In Südfrankreich, um genau zu sein!

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Kommen bald…

Fazit
Eigentlich habe ich das Fazit schon wieder vorweg genommen. La Rochelle ist suer schön, super angenehm, super interessant und super entspannend.
Waren das zu viele Superlative? Ich finde die Stadt hat sie sich verdient.

Aber wichtig zu wissen: Hier war im Herbst schon gar nicht wenig los, obwohl wir in den Straßen fast nur Französisch gehört haben. Wenn im Hochsommer noch jede Menge Touristen aus ganz Europa dazukommen, wird sicher sehr viel los sein.

Unser Tipp für touristische Orte: Gehe nicht, wenn alle gehen. Besuche La Rochelle im Frühjahr oder Herbst, dann sind die Temperaturen meist angenehm und der Andrang noch überschaubar.
Viel Spaß in La Rochelle!

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Bildnachweis Titelbild: Im alten Hafen von la Rochelle (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)
