Mittelalterliches Carcassonne

Es gibt Orte, die werden stark beworben und sind komplett touristisch, völlig überfüllt und dann extrem nervig. Und es gibt Orte, die sind sehr touristisch – aber trotzdem sehr cool…

Auf schmalem Pfad in die mittelalterliche Stadt (Carcassonne)
Auf schmalem Pfad in die mittelalterliche Stadt (Carcassonne) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Intro und Reisebericht

Carcassonne ist so ein Ort. Die Stadt liegt in Südfrankreich. Genauer gesagt, nahe den Pyrenäen und nicht weit vom Mittelmeer entfernt.

Unterwegs im mittelalterlichen Carcassonne
Unterwegs im mittelalterlichen Carcassonne (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Hier bilden die Ausläufer der Pyrenäen Hügelketten und auf einem solchen Hügel steht das mittelalterliche Carcassonne.

Anders, als bei anderen Städten wuchs die moderne Stadt nicht um einen mittelalterlichen Kern herum, sondern sie entstand direkt daneben. Und das auch schon vor längerer Zeit.

Hohe Mauern schützen die Stadt (Carcassonne)
Hohe Mauern schützen die Stadt (Carcassonne) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Die ursprüngliche mittelalterliche Stadt Carcassonne steht somit nahezu frei und ist immer noch komplett von hohen Mauern umgeben. Eine ungewöhnlich hohe Zahl an Türmen schmücken die Mauern der Stadt und geben ihr schon von weitem ein majestätisches Aussehen.

Die Stadt der vielen Türme (Carcassonne)
Die Stadt der vielen Türme (Carcassonne) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Die Cité de Carcassonne (Altstadt) wird übrigens von einem doppelten Mauerring umgeben und ist in ihrer Form und Gestalt weltweit einzigartig. Sie gehört zum Weltkulturerbe und ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Südfrankreichs.

Diese Region war schon immer eine umkämpfte Grenzregion. Sie gehörte zu den Römern, Katharern, Sarazenen, Spaniern und schließlich Franzosen.

Stadtführung an den Mauern von Carcassonne
Stadtführung an den Mauern von Carcassonne (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Die befestigte Stadt Carcassonne wurde mehrfach belagert und wechselte mehrfach den Besitzer. Obwohl die Unterstadt zwischendurch in Flammen aufging, blieben die massiven Mauern Gebäude aus Stein weitgehend intakt.

Im inneren der Mauern lebten einst etwa 3000-4000 Menschen. Heute würden wir das als Dorf bezeichnen, doch im Mittelalter war das eine wichtige Stadt.

Kirche Saint-Gimer ausserhalb der Stadtmauern
Kirche Saint-Gimer ausserhalb der Stadtmauern (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Wir haben das Glück unser Wohnmobil für zwei Nächte an einem schönen Campingplatz ganz in der Nähe abstellen zu können.

An einem Bach entlang spazieren wir im Schatten der Bäume zur Cité de Carcassonne, die wir schon von weitem sehen konnten.

Häuser in Carcassonne
Häuser in Carcassonne (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Wir erreichen die Stadt von ihrer Rückseite. Ein kleiner Pfad führt uns den Burgberg hinauf und über eine lange Rampe geht es durch das äußere und innere Tor in die Stadt.

Der Blick über die Umgebung ist schon jetzt beeindruckend. Weinberge zieren die Hügel auf der einen Seite und die neue Stadt erhebt sich auf der anderen.

In der Altstadt von Carcassonne
In der Altstadt von Carcassonne (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Im Inneren der Mauern gibt es praktisch keinen Autoverkehr, nur Anwohner und Geschäfte dürfen hier ein- oder ausladen und das passiert vermutlich nur am frühen Morgen oder späten Abend.

Das ist auch gut so, denn die schmalen Gassen sind mit Besuchern schon gut gefüllt, Autos wären hier völlig fehl am Platz.

Alte Fassaden in Carcassonne
Alte Fassaden in Carcassonne (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Es ist noch relativ früh am Morgen und die kleine Stadt ist schon lebendig, aber noch nicht übermäßig voll. Im Laufe des Tages wird sie sie noch weiter füllen.

Die meisten halten mit Autos oder Bussen auf der anderen Seite auf dem Parkplatz und kommen, anders als wir, durch das große vordere Tor – den Vordereingang.

Eines der Stadttore ins mittelalterliche Carcassonne
Eines der Stadttore ins mittelalterliche Carcassonne (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Zum Glück sind wir jetzt im Herbst hier, ich möchte gar nicht wissen, was hier im Sommer alles los ist!

Der Eintritt in die Stadt ist kostenlos. Aber einmal drinnen, findest du jede Menge Geschäfte und Restaurants, wo du dein Geld ausgeben kannst.

In der Basilique Saint-Nazaire (Carcassonne)
In der Basilique Saint-Nazaire (Carcassonne) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Ja, der Ort ist sehr touristisch, aber trotzdem super schön. Es macht viel Spaß die Stadtmauer entlangzuwandern (man kann auch auf die Mauer) und durch die kleinen Gassen zu schlendern.

Viele der alten Fassaden sind sehr hübsch, teilweise farbig getüncht und teilweise auch mit Wein bewachsen. Kein Wunder, die Gegend ist eine Weingegend.

In der Basilique Saint-Nazaire (Carcassonne)
In der Basilique Saint-Nazaire (Carcassonne) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Wir erkunden die kleine Stadt in alle Richtungen und ich schaue mir auch die schöne Basilique Saint-Nazaire näher an.

Innerhalb der Mauern gibt es nochmal eine separate Burg, das Chateau Comtal. Hier lebten und herrschten die Grafen der Region. Über eine schmal Brücke und ein Tor gelangt man aus der Stadt in die Burg.

Das Chateau Comtal in Carcassonne
Das Chateau Comtal in Carcassonne (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Nähere Informationen zur Stadt und zur Burg findest du übrigens hier: https://www.tourisme-carcassonne.fr/.

Inzwischen steht die herbstliche Sonne warm und hoch über Südfrankreich und wir suchen uns eine der vielen schattigen Restaurantterrassen aus, für ein spätes, aber kräftiges Mittagessen.

Essen und Trinken in der Altstadt (Carcassonne)
Essen und Trinken in der Altstadt (Carcassonne) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Die Küche in der Region ist deftig, mit viel Fleisch und Wurst. Eine Spezialität, die es hier an jeder Ecke gibt, ist Cassoulet, ein Eintopf aus weißen Bohnen mit Entenkeulen, Wurst und Schweinefleisch mit Speck, gewürzt mit Knoblauch, Thymian und weiteren Kräutern der Region.

Turm am Chateau Comtan in Carcassonne
Turm am Chateau Comtan in Carcassonne (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Eine erstaunliche Mischung, die es auch in leichteren Varianten gibt. Ich versuche das Original und kann mich anschließend kaum noch rühren – eine weniger deftige Variante hätte wohl auch gereicht um satt zu werden.

Wir verbringen noch ein bisschen Zeit in der mittelalterlichen Stadt und spazieren dann wieder zur Hintertür hinaus und an unserem schattigen Bach entlang zum Campingplatz zurück.

Spezialitäten an der Stadtmauer (Carcassonne)
Spezialitäten an der Stadtmauer (Carcassonne) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)





Hilfreiche Links für die Reiseplanung



Kommen bald…


Viel mittelalterliches in Carcassonne
Viel mittelalterliches in Carcassonne (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)




Fazit

Wir erleben immer wieder, dass touristisch stark umworbene Orte, die auf jeder KI-generierten Muss-man-sehen-Liste zu finden sind, uns eigentlich nerven.

Zu viele Busse, zu viele Menschen, zu laut und am Ende nur eine finanzielle Abzocke. Viel schöner finden wir meist kleinere Orte, die weniger beworben und weniger besucht, aber oft genauso schön, oder sogar schöner als die bekannten „Top-10-Orte“.

Carcassonne ist da eine Ausnahme. Es erscheint mit Sicherheit auf jeder Top-10-Liste für Südwest-Frankreich, hat uns aber gar nicht genervt, sondern super gut gefallen.

Die Basilique Saint-Nazaire in Carcassone
Die Basilique Saint-Nazaire in Carcassone (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Das liegt auch daran, dass es in der alten Stadt praktisch keinen Autoverkehr gibt. Und es liegt sicher daran, dass wir die Stadt im Herbst angeschaut haben, wo es über den Tag schon relativ voll wurde, aber nicht überfüllt (gehe nicht im Sommer…).

Und natürlich liegt es auch daran, dass die doppelte Stadtmauer mit ihren vielen Türmen, der Basilika und der Burg eine absolute Augenweide ist.

Eines von vielen Restaurants in Carcassonne
Eines von vielen Restaurants in Carcassonne (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Das Bummeln und Entdecken in den kleinen alten Gassen macht sehr viel Spaß und die Landschaften der Region sind auch vielfältig und schön.

Und haben mich die vielen Shops und Restaurants anfänglich etwas abgeschreckt, waren wir dann doch froh, dass es überall reichlich essen für alle gibt, ohne irgendwo anstehen zu müssen :-).




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Kommen bald…

Bildnachweis Titelbild: Blick auf das mittelalterliche Carcassonne (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)









Uli Verfasst von:

Hallo und schön, dass du hier bist! Wir (meine Familie und ich) haben unseren Zweitwohnsitz in Irland und haben dort mehrere Jahre lang eine Motorradvermietung betrieben. In der Zeit ist dieser Blog entstanden, zunächst nur mit Artikeln über Irland. Inzwischen wächst er immer weiter: Wales, Schottland, England, Frankreich und weitere europäische Länder werden folgen. Was mir dabei besonders wichtig ist: Echte Informationen und Erfahrungen von echten Menschen, die wirklich an dem Ort gewesen sind. Mit ChatGPT, Perplexity oder der Google KI kannst du dir Listen von Sehenswürdigkeiten und Must-See-Places aufzeigen lassen - ist ja erstmal ok. Die Informationen kommen dann meist von den Seiten der Tourismusanbieter der jeweiligen Orte. Viele dieser Orte sind dann aber tatsächlich völlig überrannt, überfüllt oder sonst wie nervig. Andere, wirklich schöne Orte, werden gar nicht genannt. Wir machen das hier anders: Ich sage dir wo wir waren, welche unbekannteren Orte schön sind (auch ohne viel Marketing) und welche super bekannten Orte tatsächlich schön sind (trotz viel Marketing). Und ich werde nicht einen "Must-See-Place" in schillernden Farben bewerben, wenn er gar nicht toll war. In diesem Sinne - viel Spaß beim Lesen! Dein Ulrich Knüppel-Gertberg