Eigentlich kennen wir Frankreich schon lange, vor allem die Mittelmeerküste, weil wir da früher schon mehrmals Urlaub gemacht haben. Die Atlantikküste mit dem Wohnmobil entlang zu reisen war dann aber doch nochmal eine ganz neue Erfahrung…
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Intro und Reisebericht
Die Atlantikküste von Frankreich kennen wir auch schon teilweise. Vor allem die Normandie, rund um Cherbourg. Denn wir haben schon oft die Übernachtfähre von Cherbourg nach Irland genommen, wo wir unseren Zweitwohnsitz haben.
Auf dem Weg haben wir immer wieder die schönen Strände der Region besucht und den einen oder anderen Ort gesehen.

Diese Landzunge wollen wir daher diesmal auslassen, auf unsere Fahrt mit dem Wohnmobil. Wir kommen von Irland über England und nehmen eine Kanalfähre von Dover nach Calais. Das liegt im äußersten Nordwesten Frankreich, an der Grenze zu Belgien, in der Region Hauts-de-Provence.
Wir folgen der Küste nach Süden, immer an der Küste entlang. Viele kennen de weißen Kreidefelsen von Dover (England). Was viele nicht wissen: Solche Kreidefelsen gibt es auch auf der anderen Seite des Kanals, im Nordwesten Frankreichs!

Je weiter man in die Normandie kommt, umso weniger Felsen findet man und dafür breite und lange wunderschöne Sandstrände. In der Bretagne wird es dann wieder felsig: Braune und teilweise rosafarbene Granitfelsen wechseln sich ab mit kleinen und großen sandigen Buchten.
Im Südwesten dominieren wieder Sandstrände an der Küste. Der Sand setzt sich auch an Land fort, trockene Kiefernwälder bestimmen die Landschaft. Nahe den Pyrenäen wird es dann wieder felsiger, mit vielen Klippen.

Entlang der Atlantikküste gibt es jede Menge schöner Badeorte und Hafenstädte. Der nördliche und südliche Teil der Atlantikküste ist landschaftlich eher flach. Im Westen, in der Bretagne, reihen sich jede Menge Hügel aneinander.
Abgesehen von ein paar größeren Städten, wie Bordeaux, geht es eher ländlich zu an der Küste. Die Städte sind meist nicht sehr groß und Landwirtschaft bestimmt das Bild im Inland:

Es gibt große Felder aller Art in Hauts-de-Provence, Obstplantagen und Viehweiden in der Normandie, Kleinfelder in der Bretagne, Wein im Westen und Waldwirtschaft im Süden. Boden, Wasser und das Gelände geben vor, was dort wachsen kann.
Die Atlantikküste Frankreichs wurde aber nicht nur von Landwirtschaft und Fischfang bestimmt, sondern auch vom Seehandel. Es entstanden Hafenstädte, wie Saint-Malo oder La-Rochelle, deren Wohlstand mehr auf dem Handel als auf der Fischerei beruhte.

Wo Handel getrieben wird und Wohlstand herrscht, dort wird auch gebaut. Das war früher schon so und ist bis heute nicht anders. Klöster und Kathedralen, prächtige befestigte Städte, Burgen und Schlösser sind in großer Vielfalt zu finden entlang der Französischen Atlantikküste.
Aber wie war das Wetter? Nun, wir waren im Herbst unterwegs und hatten zumeist trockenes Wetter mit angenehmen Temperaturen. Ab und zu war es windig und gelegentlich gab es auch Regen, aber wir haben das Wetter als sehr reisefreundlich empfunden. Im Norden kühler, im Süden wärmer – aber das war ja auch zu erwarten.

Wir haben übrigens die Iberische Halbinsel umrundet und sind über die Französische Mittelmeerküste wieder zurück nach Südwest-Deutschland-gereist. Über Spanien und Portugal werde ich aber wohl nicht schreiben, denn das war gar nicht unser Ding…
Kommen wir zum Reisen mit dem Wohnmobil in Frankreich: Wir haben extrem viele Sportboote und Yachten an den Küsten Frankreichs gesehen und auch extrem viele Wohnmobile. Die Franzosen machen gerne Urlaub im eigenen Land und die Infrastruktur für Camper ist wirklich gut!

Es war meistens leicht einen guten Stellplatz oder Campingplatz für unser Wohnmobil zu finden, obwohl wir im Herbst keineswegs die einzigen Reisenden waren. Im Sommer kann es natürlich voller werden auf den Plätzen.
Viele Campingplätze machen übrigens Winterpause, von etwa September/Oktober bis März/April. Da wir gerne im Frühjahr und Herbst unterwegs sind, betrifft uns das, wie viele andere auch.

Das ist in Frankreich aber kein Problem, denn es gibt jede Menge Stellplätze. Oft sind diese automatisiert. Es gibt eine Schranke bei der Einfahrt, man zahlt einen fairen Betrag per App oder mit Karte und kann dann auf den Platz fahren, wo es dann auch eine Ver- und Entsorgungsstation gibt – ebenfalls automatisiert.
Es gib in Frankreich mehrere Ketten, die eine ganze Reihe von solchen automatisierten Stellplätzen betreiben. Dann zieht man einmal eine Mitgliedskarte aus dem Automaten, lädt diese mit Geld auf und kann viele Plätze der gleichen Kette damit nutzen.

Wie findet man die? Wir haben unsere Stellplätze meist über Google Maps gefunden. Die Stichworte sind: „Aire de Camping Car“ für Wohnmobil-Stellplatz und „Aire de Camping“ für Campingplatz.
Was hat das nun mit Booten und Yachthäfen zu tun? Das sind auch Camper, die ähnliche Bedürfnisse haben wie Wohnmobil-Camper! Oft hatten wir Stellplätze direkt am Yachthafen, wo es dann teilweise auch automatisierte Duschen und Toiletten-Gebäude gibt.

Wir sprechen einigermaßen passabel Französisch. Aber auch wenn du kein Französisch sprichst, die Automaten können meist auch Englisch und weitere Sprachen und so kommen auch Touristen sehr gut damit zurecht.
Was das leibliche Wohl angeht: Es gibt überall wunderbar frische Baguettes und Croissants, französischen Käse und Lebensmittel aller Art. Restaurants haben oft eine Mittagspause und öffnen erst am Abend wieder.

Aber es gibt auch viele Cafés und Bistros, die über den Tag geöffnet sind. Eroski-Center sind übrigens Supermärkte, nur falls du dich über den Namen wunderst…
Werfen wir noch einen kurzen Blick auf die französische Straßenverhältnisse für Wohnmobile: Nachdem wir in den letzten Jahren viel Zeit in Irland und auf den britischen Inseln verbracht haben, wo es extrem viele schmale, enge und sogar einspurige Straßen gibt, empfand ich die Straßen in Frankreich überwiegend als angenehm.

Vernünftige Straßenbreiten, guter Zustand, gute Beschilderung, alles prima. Autobahnen sind in der Regel fantastisch, kosten aber auch Mautgebühren. Die nehmen wir aber gerne mal in Kauf um eine Strecke etwas schneller zurück zu legen.
Der Verkehr war meist moderat. Nur um die größeren Städte herum wurde es auch mal voller. Die Franzosen im Norden fahren im Allgemeinen angenehm und rücksichtsvoll, während es an der Mittelmeerküste deutlich mediterraner zugeht: Flottes fahren, schneiden und überholen, begleitet von hupen – das kann mit dem Wohnmobil dann schon mal stressig werden.

Ausdrücklich warnen muss ich vor den mittelalterlichen Städten, denn die sind ganz und gar nicht für große Fahrzeuge ausgelegt. Dort wird es gerne niedrig, schmal, kurvig und es gibt jede Menge Einbahnstraßen. Stress pur mit dem Wohnmobil!
Die Alternative: Parke auf einem Park-and-Ride Parkplatz am Rande der Stadt und nimm das Fahrrad oder einen Bus ins Zentrum, das du dann ganz entspannt zu Fuss erkunden kannst.

Wir haben oft auch Übernachtungs-Stellplätze am Rande der Stadt gefunden, dort übernachtet und sind dann am nächsten Morgen mit dem Rad ins Zentrum gefahren oder gelaufen. Vielleicht lohnt sich auch mal eine Doppel-Übernachtung.

Hilfreiche Links für die Reiseplanung
Kommen bald…

Fazit
Können wir Frankreich mit dem Wohnmobil empfehlen? Ja, unbedingt!!! Vor allem die Atlantikküste hat uns mega gut gefallen.
Das Fahren ist angenehm, die Küste ist schön und abwechslungsreich, es gibt eine gute Infrastruktur für Übernachtungen, die vielen Bade- und Hafenorte sind prima und immer wieder gibt es herrliche historische Städte für alle, die sowas mögen – wie ich zum Beispiel.
Je nach Jahreszeit kann das Wetter im Norden der Atlantikküste etwas kühler und stürmischer sein als im Süden, oder am Mittelmeer, aber uns macht das nichts aus. Ganz im Gegenteil, wir sind froh, wenn es nicht zu heiß wird.

Wir können uns vorstellen, dass manche der bekannteren Hafen- und Badeorte im Sommer sehr voll werden können, aber jetzt, im Herbst, war das kein Problem.
Und weil uns die Bretagne so gut gefallen hat, wir aber viel zu kurz dort waren, wollen wir uns die im kommenden Frühjahr noch mal ganz in Ruhe ansehen.
Dir kann ich Frankreich mit dem Wohnmobil also sehr empfehlen und wir kommen auf jeden Fall nochmal wieder – ganz bald !!!

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Kommen bald…
Bildnachweis Titelbild: Auf einem Campingplatz an der französischen Atlantikküste (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)