Ballina: Lachse und mehr…?

Ich habe viele Reisende aus Europa und Amerika getroffen, die mir von Ballina erzählt haben. Meist mit mit freudig offenen Augen und einem Lächeln auf dem Gesicht. Aber was ist denn an dieser Kleinstadt so besonders? Wir wollten es genau wissen…

Angler in Ballina
Angler in Ballina (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Intro und Reisebericht

Wer Irland bereist, findet fast in jedem Pub-Restaurant wunderbare Lachs-Gerichte angeboten. Der kommt auch tatsächlich aus Irland und schmeckt wirklich immer fantastisch!

Die Atlantischen Lachse (Englisch: Salmon) sind wundersame Fische. Sie leben sowohl im Süßwasser, als auch im Salzwasser und das können nicht viele Fische. Erwachsene Lachse leben im Atlantik.

Gedenkstein an der Salmon Weir Bridge
Gedenkstein an der Salmon Weir Bridge (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Im Herbst jedoch, ziehen sie die Flüsse hinauf, von der Meeresmündung bis ins Quellgebiet. Auf ihrer Wanderung überwinden sie Wehre, Strömung und andere Hindernisse, bis sie ihr Ziel erreicht haben: Ihre Laichgründe.

Im Kies der Kleinflüsse legen sie ihren Laich ab und befruchten ihn. Danach kehren sie ins Meer zurück, was aber viele von ihnen gar nicht mehr schaffen, zu erschöpfend war die lange Reise.

Shop in town
Shop in town (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Im Frühjahr schlüpft die neue Generation der Lachse, die für etwa ein Jahr in den Flüssen lebt, bis sie strak genug ist, ihre Reise ins offene Meer anzutreten und dort zu überleben.

Nach einigen Jahren kehren sie wieder in den Fluss zurück, in dem sie geschlüpft waren um dort zu laichen – und das Rad des Lebens dreht sich um eine Generation weiter…

Angler im River Moy
Angler im River Moy (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Irlands Westküste wird vom Atlantik umspült, der aus grossen Tiefen kommend, hier auf eine Landmasse trifft. Und so bieten sich Irlands Buchten und Flüsse ganz besonders an um die Lachse auf ihrer Suche nach Laichgründen aufzunehmen.

Das findet jedes Jahr überall an der irischen Westküste statt, aber vor allem an der Nordwestküste. Der River Moy im County Mayo, hat eine große Bucht in den Atlantik.

St. Muredach`s Cathedral
St. Muredach`s Cathedral (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Ein paar Kilometer weiter südlich führt er durch eine kleine Stadt. Dort gibt es natürliche Kaskaden, die die Lachse auf ihrer Reise flussaufwärts überwinden müssen und genau dort liegt eine kleine Stadt, die offiziell die Lachs-Hauptstadt Irlands ist – Ballina.

Mit nur etwas über 10000 Einwohnern ist Ballina die zweitgrößte Stadt in Mayo – ja, die Region ist sehr ländlich geprägt. Hier gab es schon vor vielen Jahrhunderten eine Furt über den Fluss Moy und an der Furt entstand eine Stadt. Sie bekam Stadtrecht, durfte einen Wochenmarkt ausrichten und im 17. Jahrhundert folgte eine nennenswerte Baumwolle-Produktion und Verarbeitung.

Am River Moy
Am River Moy (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Im 19. Jahrhundert wurde die schöne St. Muredach´s Cathedral direkt an das Flussufer gebaut, eine römisch-katholische Bischofskirche.

Ein Stück ausserhalb findest du den Wald von Belleek am Flussufer. Mit über 300 Jahren ist er einer der ältesten angepflanzten Wälder Europas. Schon erstaunlich, denn Irland hat hat heute gar nicht mehr sehr viel Wald…

Hübsches Deko-Rad
Hübsches Deko-Rad (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Dolmen der vier Maols am Stadtrand. Ein mehrere tausend Jahre altes Bauwerk.

Alles das kümmert die Lachse wenig, die ebenfalls seit tausenden von Jahren (oder länger) den Fluss hinauf- und hinab schwimmen. Eher störend auf ihrer Reise sind die vielen Angler, die in langen Wat-Hosen im Fluss stehen mit kunstvollen Würfen ihre Haken ausbringen.

Angler im River Moy
Angler im River Moy (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Fliegenfischen ist die einzige würdige (und erlaubte) Art den Lachsen nachzustellen. Es ist Spätsommer, früher Herbst, als wir mit unserem Wohnmobil in Ballina einen Zwischenstopp einlegen.

Die Sonne scheint warm auf die Stadt, die sich auf beiden Seiten des Flusses erstreckt. Ein erstaunlich aktiver Verkehr quält sich an den Ufern entlang und über die Brücke – gar nich nach meinem Geschmack.

Kunst im Ort
Kunst im Ort (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Im Fluss stehen etliche Angler, ein Angelgeschäft liegt direkt am Ufer. Nur ein Stückchen weiter wird es ruhiger: Am Salmon Weir führt eine Tragbrücke für Fußgänger über den Fluss. Kleine bunte Häuser bestimmen das Bild. Ein paar Restaurants sind am Ufer zu sehen und ein Hotel.

Auf der anderen Seite folge ich schmalen Straßen in die Innenstadt. Auch hier fahren Autos, aber es ist deutlich ruhiger als an der Durchgangs-Straße. Viele kleine Geschäfte, eine Eisdiele, Pubs und Retaurants. Geschäftiges Treiben in einer typischen, alten, irischen Kleinstadt mit vielen hübschen Ecken.

An der Salmon Weir Bridge
An der Salmon Weir Bridge (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Eine besonders hübsche Ecke findet sich in der Pearse Street mit ihren hübschen Häusern. Dort ist auch die Jackie Clarke Collection zu finden, ein schönes Haus mit einem wundervollen Park und einer Kunstsammlung im Inneren. Der Park ist frei zugänglich und dort gibt es auch Tische und ein Café. Siehe: https://www.clarkecollection.ie.

Jackie Clarke Collection
Jackie Clarke Collection (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Die Mauern, die das Jackie-Clarke-Grundstück umgeben sind von innen und von außen kunstvoll bemalt: Man sieht viele Motive aus der irischen Geschichte und es sieht einfach nur toll aus.

Im Park der Clarke`s Collection
Im Park der Clarke`s Collection (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Auch im weiteren Verlauf der Pearse Street finden sich noch tolle Wandbilder auf den Mauern. Sehenswert ist auch der alte Market Square. Hier finden sich auch Wandbilder und eine Informationstafel zu Joe Biden. Die Vorfahren des früheren US-Präsidenten kamen nämlich aus Ballina.

Wandbild in der Pearse Street
Wandbild in der Pearse Street (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)

Den Gedanken finde ich einladend genug um ganz und er Nähe noch ein Lunch einzunehmen und schlendere dann gemütlich wieder zurück zum Fluss. Ich betrachte die Kathedrale am anderen Flussufer und blicke auf das Wasser, dass stetig an der Stadt vorbeifließt.

Joe Bidens Vorfahren kamen von hier
Joe Bidens Vorfahren kamen von hier (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Ein steter Fluss Wasser, ein steter Fluss Lachse, ein steter Fluss Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Ja, alles fühlt sich richtig an in Ballina!

Meine Frau hat ihre Shopping-Runde auch beendet und zufrieden ziehen wir wieder weiter – wie die Lachse…

Blick vom River Moy zur Cathedral
Blick vom River Moy zur Cathedral (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Fazit

Viele, die ich kenne, haben Ballina als Start- oder Endpunkt einer Reise an der wilden Atlantikküste genommen. Für mich war das immer unlogisch, denn weiter nördlich kommen noch Sligo und Donegal, die ebenfalls sehenswert sind.

Aber wer nur eine Woche Zeit hat, kann auch im Südwesten starten und dann in Ballina enden – oder umgekehrt.

Unterwegs in Ballina
Unterwegs in Ballina (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Muss man Ballina gesehen haben? Nicht unbedingt. Aber man kann. Die kleine Stadt ist schön, die Lage am Fluss ist sogar sehr schön und die geografische Lage ist attraktiv:

Im Südwesten liegt die wunderschöne Achill Island (per Brücke erreichbar), im Nordwesten liegen die Ceide Fields, eine uralte und interessante Ausgrabungsstätte, direkt an hohen Klippen, und ganz in der Nähe das spektakuläre Downpatrick Head mit seiner markanten Felsnadel im Meer.

Vintage Car in Ballina
Vintage Car in Ballina (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Der Ballycroy National Park im Westen lädt zum Wandern ein und die ganze nordwestliche Küste ist einfach nur schön und gar nicht überlaufen. Und so bietet sich Ballina auch für mehrere Übernachtungen und als Ausgangspunkt mehrerer Tagestouren an.

Im Zentrum von Ballina
Im Zentrum von Ballina (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)




Hilfreiche Links für die Reiseplanung

Hier habe ich noch ein paar sehr schöne Tipps für dich, wenn du dich weiter zu Irland oder Nordirland einlesen möchtest, oder auch nach einer entsprechenden Geschenk-Idee für Freunde oder Verwandte suchst. Dies sind Empfehlungs-Links für Produkte bei Amazon – siehe auch Transparenz.


Roadtrips Irland: Unvergessliche Traumrouten für den perfekten Urlaub mit Auto, Camper und Motorrad.

Unterwegs in Irland: Das Große Reisebuch (Kunth unterwegs).

Wanderlust Großbritannien & Irland: Unterwegs auf den Britischen Inseln

Irland. Das Kochbuch. Viele leckere, irische Gerichte zum nachkochen findest du in diesem tollen Kochbuch.

Paddy´s Speis´ und Trank ist ein kulinarisch-literarische Reise durch Irland. Ein sehr spezielles Buch!

Glenkill – ein Schafskrimi: Ein Bestseller von Leonnie Swann – beste Abend-Lektüre vor und auf der Irlandreise!

Fotobuch Wild Atlantic Way von Stefan Schnebelt. Das richtige Buch um zuhause von der nächsten Irlandreise zu träumen!

Mit dem Kühlschrank durch Irland: Witziger Roman nach einer wahren Geschichte.


Vielen Dank für deine Unterstützung dieses kleinen Reiseblogs – und viel Spaß beim Lesen!

Am River Moy
Am River Moy (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



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Kommen bald…



Bildnachweis Titelbild: Am Salmon Weir in Ballina (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)

Uli Verfasst von:

Hallo und schön, dass du hier bist! Wir (meine Familie und ich) haben unseren Zweitwohnsitz in Irland und haben dort mehrere Jahre lang eine Motorradvermietung betrieben. In der Zeit ist dieser Blog entstanden, zunächst nur mit Artikeln über Irland. Inzwischen wächst er immer weiter: Wales, Schottland, England, Frankreich - und weitere europäische Länder werden folgen. Was mir dabei besonders wichtig ist: Echte Informationen und Erfahrungen von echten Menschen, die wirklich an dem Ort gewesen sind. Mit ChatGPT, Perplexity oder der Google KI kannst du dir Listen von Sehenswürdigkeiten und Must-See-Places aufzeigen lassen - ist ja erstmal ok. Die Informationen kommen dann meist von den Seiten der Tourismusanbieter der jeweiligen Orte. Viele dieser Orte sind in der Realität aber vielleicht tatsächlich völlig überrannt, überfüllt oder sonst wie nervig. Andere, wirklich schöne Orte, werden gar nicht genannt, weil eine KI von der anderen kopiert. Und so werden Inhalte im Internet immer wieder wiederholt. Wir machen das hier anders: Ich sage dir wo wir selbst waren, welche unbekannteren Orte schön sind (auch ohne viel Marketing) und welche super bekannten Orte tatsächlich schön sind (trotz viel Marketing). Also echte Erfahrungen, von echten Menschen und ganz ohne KI. In diesem Sinne - viel Spaß beim Lesen! Dein Ulrich Knüppel-Gertberg