Ich habe viele Reisende aus Europa und Amerika getroffen, die mir von Ballina erzählt haben. Meist mit mit freudig offenen Augen und einem Lächeln auf dem Gesicht. Aber was ist denn an dieser Kleinstadt so besonders? Wir wollten es genau wissen…
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Intro und Reisebericht
Wer Irland bereist, findet fast in jedem Pub-Restaurant wunderbare Lachs-Gerichte angeboten. Der kommt auch tatsächlich aus Irland und schmeckt wirklich immer fantastisch!
Die Atlantischen Lachse (Englisch: Salmon) sind wundersame Fische. Sie leben sowohl im Süßwasser, als auch im Salzwasser und das können nicht viele Fische. Erwachsene Lachse leben im Atlantik.

Im Herbst jedoch, ziehen sie die Flüsse hinauf, von der Meeresmündung bis ins Quellgebiet. Auf ihrer Wanderung überwinden sie Wehre, Strömung und andere Hindernisse, bis sie ihr Ziel erreicht haben: Ihre Laichgründe.
Im Kies der Kleinflüsse legen sie ihren Laich ab und befruchten ihn. Danach kehren sie ins Meer zurück, was aber viele von ihnen gar nicht mehr schaffen, zu erschöpfend war die lange Reise.

Im Frühjahr schlüpft die neue Generation der Lachse, die für etwa ein Jahr in den Flüssen lebt, bis sie strak genug ist, ihre Reise ins offene Meer anzutreten und dort zu überleben.
Nach einigen Jahren kehren sie wieder in den Fluss zurück, in dem sie geschlüpft waren um dort zu laichen – und das Rad des Lebens dreht sich um eine Generation weiter…

Irlands Westküste wird vom Atlantik umspült, der aus grossen Tiefen kommend, hier auf eine Landmasse trifft. Und so bieten sich Irlands Buchten und Flüsse ganz besonders an um die Lachse auf ihrer Suche nach Laichgründen aufzunehmen.
Das findet jedes Jahr überall an der irischen Westküste statt, aber vor allem an der Nordwestküste. Der River Moy im County Mayo, hat eine große Bucht in den Atlantik.

Ein paar Kilometer weiter südlich führt er durch eine kleine Stadt. Dort gibt es natürliche Kaskaden, die die Lachse auf ihrer Reise flussaufwärts überwinden müssen und genau dort liegt eine kleine Stadt, die offiziell die Lachs-Hauptstadt Irlands ist – Ballina.
Mit nur etwas über 10000 Einwohnern ist Ballina die zweitgrößte Stadt in Mayo – ja, die Region ist sehr ländlich geprägt. Hier gab es schon vor vielen Jahrhunderten eine Furt über den Fluss Moy und an der Furt entstand eine Stadt. Sie bekam Stadtrecht, durfte einen Wochenmarkt ausrichten und im 17. Jahrhundert folgte eine nennenswerte Baumwolle-Produktion und Verarbeitung.

Im 19. Jahrhundert wurde die schöne St. Muredach´s Cathedral direkt an das Flussufer gebaut, eine römisch-katholische Bischofskirche.
Ein Stück ausserhalb findest du den Wald von Belleek am Flussufer. Mit über 300 Jahren ist er einer der ältesten angepflanzten Wälder Europas. Schon erstaunlich, denn Irland hat hat heute gar nicht mehr sehr viel Wald…

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Dolmen der vier Maols am Stadtrand. Ein mehrere tausend Jahre altes Bauwerk.
Alles das kümmert die Lachse wenig, die ebenfalls seit tausenden von Jahren (oder länger) den Fluss hinauf- und hinab schwimmen. Eher störend auf ihrer Reise sind die vielen Angler, die in langen Wat-Hosen im Fluss stehen mit kunstvollen Würfen ihre Haken ausbringen.

Fliegenfischen ist die einzige würdige (und erlaubte) Art den Lachsen nachzustellen. Es ist Spätsommer, früher Herbst, als wir mit unserem Wohnmobil in Ballina einen Zwischenstopp einlegen.
Die Sonne scheint warm auf die Stadt, die sich auf beiden Seiten des Flusses erstreckt. Ein erstaunlich aktiver Verkehr quält sich an den Ufern entlang und über die Brücke – gar nich nach meinem Geschmack.

Im Fluss stehen etliche Angler, ein Angelgeschäft liegt direkt am Ufer. Nur ein Stückchen weiter wird es ruhiger: Am Salmon Weir führt eine Tragbrücke für Fußgänger über den Fluss. Kleine bunte Häuser bestimmen das Bild. Ein paar Restaurants sind am Ufer zu sehen und ein Hotel.
Auf der anderen Seite folge ich schmalen Straßen in die Innenstadt. Auch hier fahren Autos, aber es ist deutlich ruhiger als an der Durchgangs-Straße. Viele kleine Geschäfte, eine Eisdiele, Pubs und Retaurants. Geschäftiges Treiben in einer typischen, alten, irischen Kleinstadt mit vielen hübschen Ecken.

Eine besonders hübsche Ecke findet sich in der Pearse Street mit ihren hübschen Häusern. Dort ist auch die Jackie Clarke Collection zu finden, ein schönes Haus mit einem wundervollen Park und einer Kunstsammlung im Inneren. Der Park ist frei zugänglich und dort gibt es auch Tische und ein Café. Siehe: https://www.clarkecollection.ie.

Die Mauern, die das Jackie-Clarke-Grundstück umgeben sind von innen und von außen kunstvoll bemalt: Man sieht viele Motive aus der irischen Geschichte und es sieht einfach nur toll aus.

Auch im weiteren Verlauf der Pearse Street finden sich noch tolle Wandbilder auf den Mauern. Sehenswert ist auch der alte Market Square. Hier finden sich auch Wandbilder und eine Informationstafel zu Joe Biden. Die Vorfahren des früheren US-Präsidenten kamen nämlich aus Ballina.

Den Gedanken finde ich einladend genug um ganz und er Nähe noch ein Lunch einzunehmen und schlendere dann gemütlich wieder zurück zum Fluss. Ich betrachte die Kathedrale am anderen Flussufer und blicke auf das Wasser, dass stetig an der Stadt vorbeifließt.

Ein steter Fluss Wasser, ein steter Fluss Lachse, ein steter Fluss Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Ja, alles fühlt sich richtig an in Ballina!
Meine Frau hat ihre Shopping-Runde auch beendet und zufrieden ziehen wir wieder weiter – wie die Lachse…

Fazit
Viele, die ich kenne, haben Ballina als Start- oder Endpunkt einer Reise an der wilden Atlantikküste genommen. Für mich war das immer unlogisch, denn weiter nördlich kommen noch Sligo und Donegal, die ebenfalls sehenswert sind.
Aber wer nur eine Woche Zeit hat, kann auch im Südwesten starten und dann in Ballina enden – oder umgekehrt.

Muss man Ballina gesehen haben? Nicht unbedingt. Aber man kann. Die kleine Stadt ist schön, die Lage am Fluss ist sogar sehr schön und die geografische Lage ist attraktiv:
Im Südwesten liegt die wunderschöne Achill Island (per Brücke erreichbar), im Nordwesten liegen die Ceide Fields, eine uralte und interessante Ausgrabungsstätte, direkt an hohen Klippen, und ganz in der Nähe das spektakuläre Downpatrick Head mit seiner markanten Felsnadel im Meer.

Der Ballycroy National Park im Westen lädt zum Wandern ein und die ganze nordwestliche Küste ist einfach nur schön und gar nicht überlaufen. Und so bietet sich Ballina auch für mehrere Übernachtungen und als Ausgangspunkt mehrerer Tagestouren an.

Hilfreiche Links für die Reiseplanung
Hier habe ich noch ein paar sehr schöne Tipps für dich, wenn du dich weiter zu Irland oder Nordirland einlesen möchtest, oder auch nach einer entsprechenden Geschenk-Idee für Freunde oder Verwandte suchst. Dies sind Empfehlungs-Links für Produkte bei Amazon – siehe auch Transparenz.
Roadtrips Irland: Unvergessliche Traumrouten für den perfekten Urlaub mit Auto, Camper und Motorrad.
Unterwegs in Irland: Das Große Reisebuch (Kunth unterwegs).
Wanderlust Großbritannien & Irland: Unterwegs auf den Britischen Inseln
Irland. Das Kochbuch. Viele leckere, irische Gerichte zum nachkochen findest du in diesem tollen Kochbuch.
Paddy´s Speis´ und Trank ist ein kulinarisch-literarische Reise durch Irland. Ein sehr spezielles Buch!
Glenkill – ein Schafskrimi: Ein Bestseller von Leonnie Swann – beste Abend-Lektüre vor und auf der Irlandreise!
Fotobuch Wild Atlantic Way von Stefan Schnebelt. Das richtige Buch um zuhause von der nächsten Irlandreise zu träumen!
Mit dem Kühlschrank durch Irland: Witziger Roman nach einer wahren Geschichte.
Vielen Dank für deine Unterstützung dieses kleinen Reiseblogs – und viel Spaß beim Lesen!

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Kommen bald…
Bildnachweis Titelbild: Am Salmon Weir in Ballina (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)