Das ist genau die Frage, die ich mir schon mehrmals gestellt habe – um dann doch jedes Mal weiter zu fahren. Doch diesmal war alles anders…
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Intro und Reisebericht
Wir, also meine Frau und ich, sind schon mehrmals durch Irland gereist. Dazu kommen noch ein paar Motorradreisen von mir. Jedesmal war die geplante Tour lang, der Zeitplan eher knapp und Sligo nicht so wirklich auf der Liste.

Was gibt es dort? Es ist die Wahlheimat des irischen Schriftstellers W.B. Yeats, der aus der Gegend stammte und auch hier begraben liegt, aber zwischenzeitlich auch in Dublin und in England lebte und wirkte.

Außerdem hat Sligo eine sehenswerte Kathedrale und die Ruinen einer alten Abtei. Und sonst?
Die kleine Stadt, für irische Verhältnisse mittelgroße Stadt, liegt im Nordwesten Irlands und ist die Hauptstadt des gleichnamigen Countys.

Interessanterweise wurde Sligo weder von Iren gegründet, noch von Wikingern, sondern von dem Normannen Maurice FitzGerald, der im Mittelalter hier eine Burg errichten ließ und in der geschützten Bucht einen Hafen baute.
Die Normannen herrschten seinerzeit über große Teile der Insel und zur Festigung ihrer Herrschaft bauten sie überall Forts und Burgen, so wohl auch hier.

Von einer Burg ist heute nichts mehr zu finden, nur ein paar Fundamente eines Forts gibt es noch. Die Ruinen der Benediktiner Abtei, die ebenfalls unter Maurice FitzGerald gegründet wurde stehen allerdings noch im Stadtzentrum und können dort besichtigt werden.
Ausserhalb der Stadt ragt die imposante Silhouette des Ben Bulben in die Höhe. Der riesige Tafelberg ist einzigartig und ein Wahrzeichen für die gesamte Region.

An der Küste gibt es mehrere schöne Badeorte und am Fuße des Ben Bulben liegt der schöne See Glencar Lough mit dem kleinen, aber netten Glencar Waterfall.
Auf der Landseite gibt noch es den schönen Lough Gill, ein beliebtes Wander- und Naherholungsgebiet. Die Region rund um die Stadt Sligo ist also durchaus nett und bietet viel schöne Natur. Ich habe sie auf früheren Reisen schon erkundet, nur in der Stadt war ich noch nicht, bis heute.

Wir parken unser Wohnmobil auf einem großen Parkplatz nahe dem Hafen und spazieren ins Stadtzentrum.
Das Stadtbild von Sligo ist nicht einheitlich und die ersten Eindrücke sind gemischt. Rund um den Hafen ist es eher nicht sehr schön. Die moderne Innenstadt mit ihren vielen Geschäften ist ok, aber mehr auch nicht.

Aber dann komme ich an den Fluß, der die Innenstadt durchfließt, den Garvoge oder Garavoge River. Er kommt vom Lough Gill und schlängelt sich durch die Stadt bis in die Meeresbucht auf der anderen Seite.
Und hier finde ich, was ich meistens suche: So etwas wie eine gemütliche Altstadt! Ich spaziere auf kleineren und größeren Wegen am Fluss entlang. Eine alte Wassermühle ist heute ein Pub, kleine Häuschen, mehrere schmale Brücken, Bäume am Ufer.

Der Trubel der Hautstraße entfernt sich immer weiter und ich entspanne mich immer mehr. Endlich habe ich Lust zu fotografieren und die Details um mich herum aufzunehmen:
Menschen, die ihren Tag genießen, Kinder beim Spielen, Straßencafés aus denen das Gemurmel entspannter Unterhaltungen dringt, unterbrochen von gelegentlichem Lachen. Am anderen Flußufer scheint sich eine Gruppe die Altstadt anzusehen, wahrscheinlich eine geführte Tour.

Bunte Bälle hängen über die kleine Straße und eine Pizzeria hat ihre Fassade mit Wandbildern sehr hübsch gestaltet. Noch mehr Cafés und Restaurants und Terrassen sind hier zu finden. Die Menschen genießen ihre Mittagspause und ich genieße die gemütliche Atmosphäre.
Ein Stück weiter komme ich zu Sligo Abbey, die ich heute aber nur von außen bewundere und ziehe noch ein bisschen durch die Straßen der Stadt, bevor ich mich auf den Rückweg mache. Nahe der prächtigen City Hall komme ich wieder an den Fluß und bald darauf an den alten Hafen.

Ich mag Häfen und ich mag Boote – normalerweise. Dieser Hafen hat eine etwas maroden industriellen Charme und die hölzernen Gerippe mehrerer Boote liegen im Uferschlamm. Aber immerhin gibt es jede Menge Möwen – und die mag ich auch.
Zurück im Wohnmobil vergleichen wir unsere Eindrücke: Ist Sligo eine schöne Stadt? Teilweise, die Altstadt an beiden Ufern des Flusses ist schon sehr nett.

Kann ich die Region für einen mehrtägigen Aufenthalt empfehlen? Ja doch, hier kann man viele schöne Ausflüge, Erkundungen und Wanderungen machen und auch die Badeorte an der nahen Küste sind nett.
Letztlich doch zufrieden mit unserem Ausflug, verlassen wir das Städtchen Sligo und setzen unsere Reise mit dem Wohnmobil fort.

Hilfreiche Links für die Reiseplanung
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Vielen Dank für deine Unterstützung dieses kleinen Reiseblogs – und viel Spaß beim Lesen!

Fazit
Wenn du eine Tour an der irischen Atlantikküste machst und nicht unbedingt bis in den äußersten Nordwesten fahren willst, oder die Zeit dafür nicht hast, dann kannst du die Fahrt auch gut in Sligo beenden (oder starten) und von dort wieder nach Dublin zurückkehren.

Die kleine Stadt hat eine nette Altstadt und man kann durchaus ein paar Stunden hier verbringen. Ich persönlich würde mir allerdings ein B&B oder Airbnb ausserhalb der Stadt suchen, denn das Umland ist landschaftlich schön und deutlich ruhiger als die Stadt. Aber das ist ja Geschmacksache.
Mache ruhig auch einen Abstecher an den Glencar Lough and Waterfall am Fuße des Benbulben und besuche einen der schönen Küstenorte. Es gibt mehrere sehr schöne Sandstrände hier, zum Beispiel Strandhill Beach liegt nur ein paar Fahrminuten entfernt.

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Kommen bald…
Bildnachweis Titelbild: Am Queen Maeves Square in Sligo (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)