Biarritz ist eine mondänes Seebad an der Südfranzösischen Atlantikküste, kurz vor der spanischen Grenze. Es ist auch eine sehr lebendige kleine- bis mittelgroße Stadt und einer der coolsten Surfspots der Region…
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Intro und Reisebericht
Es gibt viele Seebäder, die außerhalb der typischen Sommer-Saison eher ausgestorben wirken. Nicht so Biarritz!
Wir sind im Herbst hier, auf Rundreise mit unserem Wohnmobil. Ein Stückchen nördlich der Stadt finden wir einen Womo-Stellplatz ganz nah am Meer.

Wir sind froh überhaupt noch einen Platz auf der ziemlich schiefen Asphaltebene zu bekommen, denn der Platz ist auch jetzt im Herbst sehr gut besucht.
Als wir einen kleinen Spaziergang machen, wissen wir warum: Von unserem kleinen Hügel aus haben wir direkt eine wirklich tolle Sicht: Hinter einem breiten Grünstreifen (Park) blicken wir direkt auf die Strände Corsaires und Marinella. Beides sind wunderbare lange und breite Sandstrände.

Ein Golfplatz erstreckt sich über die Hügel nach Norden, wo noch viele weitere Sandstrände folgen. Auch im Süden ist ein Golfplatz erkennbar und ein Leuchtturm auf einem hohen Hügel. Das ist schon der Leuchtturm von Biarritz.
Auf dem Weg dorthin sieht man eher lockere Bebauung, meist Einfamilienhäuser, auch mal ein Hotel aber keine Betonburgen.

Auf dem Weg zum Strand finden wir noch ein kleines Strandcafé – besser kann man gar nicht ankommen.
Am nächsten Tag machen wir uns mit den E-bikes auf den Weg nach Biarritz – den Hügel rauf, den Hügel runter und die Altstadt liegt vor uns. Und was für eine Stadt!

Alte Villen mit schmucken Fassaden, eine schöner als die andere. Aber durchaus auch Hochhäuser am Strand und große Kaufhäuser – ein sehr gemischtes Bild.
Unten angekommen halte ich in einem kleine Park hinter eine großen historischen Gebäude, dem Hotel du Palais Biarritz. Erst später erfahre ich, dass dies tatsächlich mal das Schloss der Kaiserin Eugénie von Frankreich war.

Im Jahr 1854 verweilte sie für zwei Monate in dem Ort, der ihr offenbar gut gefiel, woraufhin ihr Ehemann, Kaiser Napoléon III. ihr den Palast bauen ließ. Beide verbrachten fortan mehrere Sommer hier, begleitet von weiteren europäischen Adligen und ihrem Gefolge.
Dadurch wuchs die Stadt erheblich an und hatte am Ende des 19. Jahrhunderts immerhin 10000 Einwohner. Heute sind es knapp 30000 Menschen, die hier leben.

Im 18. Jahrhundert waren es nur 200 Einwohner, denn der Ort war nicht mehr als ein eher ärmliches Fischerdorf. Im Mittelalter noch gab es viele Wale im Golf von Biskaya und der Walfang ernährte die Menschen.
Doch bis zum 17. Jahrhundert waren die Wale weitgehend ausgerottet und die allgemeine Fischerei war weit weniger einträglich. Das waren die bescheidenen Anfänge der Stadt!

Heute ist das kaum vorstellbar, denn ganz offensichtlich ist Geld in der Stadt – alles sieht bestens aus und die Villen auf dem Hügel sprechen für sich.
Kaiserin Eugénie brachte offenbar den Tourismus nach Biarritz und der ist bis heute sicher eine der wesentlichen Wirtschaftsfaktoren, aber keineswegs der einzige.

Schon beim hineinfahren haben wir festgestellt dass abseits der Küste, noch eine moderne Stadt existiert, mit allem was dazugehört. Die Stadt ist sicher nicht abhängig vom Tourismus und deshalb auch im Herbst keineswegs leer.
Die Menschen um mich herum sprechen überwiegend Französisch, einige auch Spanisch. Die Grenze zum Nachbarland ist sehr nah und es zieht offenbar viele spanische Familien auch nach Biarritz. Zum bummeln, shoppen, Zeit genießen.

Das kann man hier auch. Es gibt einen schmalen Strand, eine Promenade, zahlreiche Restaurants und Cafés und eine schöne Altstadt mit vielen Geschäften und Boutiquen.
Waren die Strände vor Biarritz breit und sandig, ist das Bild im Ort ein anderes: Steile Klippen und Felsen bestimmen immer wieder das Bild. Diese werden von kleine sandigen Buchten durchbrochen, an denen die Menschen sich vergnügen.

Die Brandung ist hier heute allerdings heftig, denn es gab stürmisches Wetter am Tag zuvor. Schwimmer sehe ich tatsächlich nur in der geschützten kleinen Bucht am Plage du Port Vieux, wo vermutlich früher die Fischerboote auf den Strand gezogen wurden.
Surfer sehe ich heute nicht, die Brandung ist wohl zu stark. Aber Biarritz ist an etwas friedlicheren Tagen ein sehr gefragter Surfspot.

Auch der kleine Sportboothafen liegt geschützt hinter hohen Mauern. Darüber, auf den Klippen findet man das Aquarium von Biarritz. Die hochgelegenen Terrassen vor dem Aquarium bieten einen unglaublichen Blick auf die Felsen und Port Vieux.
Der alte Teil der Stadt erhebt sich auf den Hügeln landeinwärts. Ich schlendere durch schmale Gassen, vorbei an gut gefüllten Restaurant-Terrassen und kleinen Shops aller Art.

Auf kleinen Plätzen wachsen hohe Palmen, Menschen sitzen auf Bänken und genießen ihre Pause und ich entdecke immer wieder prächtige historische Gebäude.
Schon bald komme ich den moderneren Teil der Stadt: Breitere Straßen, mehr Verkehr, große Kaufhäuser – nicht mein Ding.

Ich rolle wieder zum Wasser und folge der Küstenstraße den Hügel hinauf zum Leuchtum von Biarritz. Er steht auf einer hohen Klippe und ist von einen schönen, baumbestandenen Park umgeben. Bänke im Schatten laden zum Verweilen ein und inzwischen ist die Sonne auch sehr warm!
Vom Park aus hat man einen grandiosen Blick über die Stadt. Ich umrunde den Leuchtturm, blicke wieder auf die breiten Sandstrände und rolle kurz darauf den Hügel hinab genau dorthin – und zurück zum Wohnmobil.

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Fazit
Wir sind eher Landmenschen und Städte mit vielen Menschen sind nicht unbedingt meine Komfortzone. Aber Biarritz war wirklich cool!
Zum einen ist die Stadt bei allen Besuchern ja doch noch eine überschaubare Stadt. Zum anderen war die heitere Gelassenheit der Südfranzosen (und Nordspanier), die an der Küste ihren Tag genossen haben, wirklich ansteckend.

Und dann kann man sich bei allem Trubel ja auch immer wieder mal in einen Park oder an den Strand zurückziehen, wo man immer einen etwas ruhigeren Platz findet.
Beeindruckend ist die Lage der Stadt, vor allem der Kontrast zwischen hohen felsigen Klippen mit schäumender Brandung und immer wieder sandigen Buchten.

Sehr beindruckend ist auch der alte Teil der Architektur, prächtige Gebäude, alte Villen auf dem Hügel und die schmalen Gassen der Altstadt.
Meine Frau geht lieber shoppen als ich, aber auch dafür gibt es jede Menge Möglichkeiten. Und überall kann man sich hinsetzen und und bei wunderbarem Blick aufs Meer essen und trinken.
Unser Tipp: Übernachte zweimal und nimm dir genügend Zeit für die Stadt und die Strände, du wirst es nicht bereuen!

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Kommen bald…
Bildnachweis Titelbild: Blick über Biarritz (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)