Portpatrick: Super netter Hafenort im Südwesten Schottlands

Es wird Zeit. Es wird Zeit, dass ich wieder schreibe. Und es wird Zeit, dass die Welt von Portpatrick erfährt. Klingt etwas dramatisch? Ist es ja auch! Dramatisch schön…

Fischerboote im Hafen
Fischerboote im Hafen (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Intro und Reisebericht

Wir waren mal wieder in Schottland. Mit dem Wohnmobil diesmal. Bei überwiegend schönem und schönstem Wetter habe ich in den drei Wochen, von Ende Mai bis Mitte June, so um die 1800 Fotos gemacht – kein Witz. Die habe ich nun ewig lange aussortiert und ein bisschen bearbeitet und nun will ich wieder schreiben. Über Schottland, einem meiner Lieblings-Länder.

Blick über das Hafenbecken
Blick über das Hafenbecken (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Wo aber anfangen? Chronologisch, oder erstmal einen Schwerpunkt setzen? Oder einfach irgendwo? Chronologisch geht schonmal völlig ins die Hose, denn Portpatrick haben wir an unserem letzten Tag in Schottland besucht. Einen Tag später sind wir von Cairnryan wieder mit der Fähre über Nordirland nach Irland zurück gefahren.

Gemütliches Hafen-Restaurant
Gemütliches Hafen-Restaurant (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



„Schwerpunkt“ und „Irgendwo“ trifft es schon besser, denn wir beide, meine Frau und ich, haben Portpatrick und das Mull of Galloway nochmal als richtig schönen Reisetag und krönenden Abschluss unserer Rundreise empfunden. Meinen Artikel zum Mull of Galloway und Lighthouse werde ich dir ganz unten verlinken.

Portpatrick Waterfront
Portpatrick Waterfront (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Aber kommen wir erstmal zu Portpatrick: Der kleine Hafenort liegt herrlich gelegen an der Südwestküste von Schottland. Das Mull of Galloway, ein Stückchen weiter, ist sogar der südlichste Punkt Schottlands. Hier liegen Nordirland und Südschottland nur etwa 35 Kilometer weit auseinander und sind durch hervorragende Fährverbindungen miteinander verbunden.

Treffen am kleinen Strand
Treffen am kleinen Strand (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Portpatrick ist jedenfalls ein sehr sehenswertes und super nettes Hafenstädtchen in Schottland. Es gibt hier auch ein bisschen Besucheraufkommen am Wochenende, aber das hält sich in Grenzen, denn die Besucher scheinen überwiegend Einheimische zu sein, andere Sprachen als Englisch haben wir in Portpatrick eher nicht gehört.

Alter Hafen-Leuchtturm von Portpatrick
Alter Hafen-Leuchtturm von Portpatrick (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Das liegt vielleicht daran, dass das Städtchen touristisch nicht oder wenig beworben wird, dass die kleine Strasse dorthin sich nicht für Bustouren anbietet oder dass der ganze Landzipfel ohnehin weitab des touristischen Mainstreams liegt, wer weiss?

Was immer es ist, so ist es genau richtig! Wir waren jedenfalls für ein paar schöne Stunden dort – und haben es bei wunderbarem Wetter sehr genossen.

Jungs an der Mole
Jungs an der Mole (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



In dem kleinen Hafen schaukeln ein paar Boote, geschützt von einer hohen und langen Mole. Diese, und der kleine Leuchtturm verraten, dass der Hafen mal gar nicht so unwichtig war – für die Fischerei sicherlich, für den Seehandel wohl auch. Die hohe Mole und ein paar vorgelagerte Felsen und Klippen bieten guten Schutz für die halbmondförmige Hafenbucht.

Kunst-Handwerk
Kunst-Handwerk (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Es ist Ebbe – an dem kleinen Strand amüsierten sich ein paar Familien und auf den Terrassen der Waterfront geniessen Menschen ihr Lunch, zum Teil sogar mit Life-Musik.

Vor dem Eisstand tuckert ein niedlicher Oldtimer auf – gelenkt von einem weiteren Oldtimer. Ein paar Männer kommen dazu geschlendert und befragen den Mann zu seinem schönen Auto. Die Motorhaube wird geöffnet und das kleine Motörchen ausgiebig bewundert.

Sonntags-Konzert
Sonntags-Konzert (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Auf der Hafenmole steht eine Gruppe Jugendlicher zusammen. Ab und zu springt einer von ihnen hinunter ins Hafenbecken, begleitet vom Gejohle der andern. Wie hoch ist das, 4 Meter? Ich weiss es nicht, aber es ist recht hoch!

Ein gutes Eis und viele schöne Eindrücke später steigen auch wir wieder in unser Wohnmobil und tuckern die kurze Strecke nach Stranraer zu unserem Campingplatz.

„Klippen-Springer“
„Klippen-Springer“ (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Kurzer Hintergrund zu Portpatrick

Portpatrick ist gute 700 Jahr alt und wurde in der Nähe des noch älteren Dunskey Castle errichtet. Der Ursprung liegt in der Fischerei, die in der halbmondförmigen Bucht traditionell betrieben wurde.

Später wurde ein richtiger Hafen mit einem Südpier und einem Nordpier errichtet. Der Nordpier existiert nicht mehr, aber der Südpier steht noch. Im 17. Jahrhundert war Portpatrick ein wichtiger Seehafen für den Schiffsverkehr nach Nordirland (damals noch Irland).

Alte Mole
Alte Mole (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Südschottland und Nordirland sind durchaus eng miteinander verbunden, nämlich durch die 35km Keltische See und durch gemeinsame Vorfahren, die diese schon damals überquerten.

Als die Engländer Anfang des 17. Jahrhunderts versuchten die chronisch aufsässigen Iren besser unter Kontrolle zu bringen, ließen sie sich die Ulster Plantations einfallen: Sie ermöglichten königstreuen, protestantischen Siedlern sich in Ulster, dem nordöstlichen Teil der irischen Insel, niederzulassen, dort Land zu besitzen und zu Leben.

Anker und Schottische Flagge auf Felsen vorm Hafen
Anker und Schottische Flagge auf Felsen vorm Hafen (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Das sollte ein Gegengewicht schaffen zu der weniger königstreuen und katholischen irischen Bevölkerung. Das gelang sogar so gut, dass die Engländer damit unwissentlich den Grundstein legten zur heutigen Replik Nordirland, die etwa 200 Jahre später entstand. Viele der heutigen protestantischen Nord-Iren stammen ursprünglich aus dieser Region in Südschottland, und sicher auch einige aus Portpatrick.

In späterer Zeit wurde der Seeverkehr und die nahe gelegene Bucht von Stranraer verlagert, von wo aus (Cairnryan) die Fähren nach Nordirland noch heute verkehren.

Sonntags-Idylle in Portpatrick
Sonntags-Idylle in Portpatrick (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Namensgebend für Portpatrick war wohl die Old Portpatrick Kirk, oder St Patrick´s Chrurch, früher eine Kapelle aus dem frühen 17. Jahrhundert. St. Patrick ist der wichtigste Schutzheilige der Iren und die Kirche hat eine für Schottland ungewöhnliche Form, der Turm ist nämlich rund. Entweder war das ursprünglich ein Leuchtturm, oder (und das scheint mir plausibler), der Turm und die ursprüngliche Kirche waren von Iren gebaut worden, denn dort sind Rundtürme häufiger zu finden.

Alter Leuchtturm von Portpatrick
Alter Leuchtturm von Portpatrick (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Falls du in Portpatrick übernachten möchtest: Das grosse Hotel über dem Hafen ist über 100 Jahre alt und damit historisch. Im Hafen selbst gibt es noch ein kleines Hotel, in dem ich vor einigen Jahren schonmal übernachtet hatte und dann gibt es noch weitere B&Bs und Möglichkeiten, die du leicht über eine der großen Buchungs-Plattformen finden kannst.

Großes Hotel über kleinem Ort
Großes Hotel über kleinem Ort (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Hilfreiche Links zur Reisebuchung

Wenn du deine Reise buchen möchtest, dann habe ich hier noch ein paar hilfreiche Empfehlungs-Links für dich:

Übernachtungen und auch Flüge habe ich selbst meist über BOOKING.com gebucht.

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Straßen-Dekoration in Portpatrick
Straßen-Dekoration in Portpatrick (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Fazit

Das Mull of Galloway ist eine wunderschöne Halbinsel mit einem sehr schönen Leuchtturm am südlichsten Punkt Schottlands. Der kleine Hafenort Portpatrick liegt an der Westküste der Halbinsel und du kannst beide ganz wunderbar an einem Tag besuchen und dabei eine Rundfahrt um die schöne Halbinsel machen.

Schnuckeliges Holzboot (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Das bietet sich vor allem an, wenn du deinen Schottland-Reise mit einer Tour durch Nordirland oder Irland verbindest. Die Fährverbindungen von Cairnryan nach Belfast (Stenaline) und Larne (P&O ferries) sind hervorragend und die Überfahrt dauert kaum zwei Stunden.

Wir hatten ein paar sehr schöne Stunden in Portpatrick und wenn in der Gegend bist, kann ich dir den Abstecher sehr empfehlen.


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Kommen bald…

Bildnachweis Titelbild: Portpatrick (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)




Uli Verfasst von:

Hallo und schön, dass du hier bist! Irland ist interessant, vielseitig und landschaftlich traumhaft! Woher ich das weiß? Wir leben in Irland mit Zweitwohnsitz und haben die Insel intensiv und viele Male bereist - und auch die benachbarten Britischen Inseln. Und weil Reisen so viel Spaß macht, wird es auf diesem Blog zukünftig auch Artikel zu weiteren spannenden Ländern Europas geben. Viel Spaß beim Lesen! Dein Ulrich Knüppel-Gertberg