Hast du schon mal davon geträumt Urlaub in Avignon zu machen? Ich auch nicht. Eigentlich hatte ich bisher gar keine Vorstellung von Avignon – doch das hat sich gründlich geändert…
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Intro und Reisebericht
„Sur le pont d´Avignon on y danse, on y danse…“. Dieses französische Kinderlied war das einzige was mir zu Avignon einfiel, als wir auf unserer Rundreise mit dem Wohnmobil überlegten hier eine Übernachtung einzulegen.
Ein kurze Online-Recherche ergab dann doch noch ein paar mehr Details: Die Stadt liegt im Südosten Frankreichs, gar nicht weit von Marseille oder Montpellier.

Im Osten und Südosten liegt die Provence, im Osten sind die Ausläufer der französischen Alpen zu finden, im Süden liegt das Mittelmeer und weiter im Norden die Stadt Lyon. Avignon gehört übrigens noch zu Provence – gerade so.
Der Fluss Rhone verbindet Avignon mit dem Mittelmeer im Süden und Lyon im Norden. Wir befinden uns im weiten Rohne Tal, dass eine breite Schneise bildet, zwischen den Hügeln der Provence im Osten und den Bergen der Cevennen im Westen.

Die Recherche offenbart auch, dass die Altstadt von Avignon direkt an der Rhone liegt und unter anderem einen Palast des Papstes beherbergt. Wie bitte? Ich dacht, die wohnen in Rom?
Nun, bis zum Jahr 1309 war das auch so. Avignon war eine unbedeutende Provinzstadt und die Päpste weilten und residierten in Rom. Doch Phillip der Schöne, König von Frankreich hatte andere Pläne. Er wollte Frankreich machtpolitisch stärken und den Sitz nach Frankreich holen.

Weil er viel Einfluss unter den Kardinälen hatte, setzte er durch, dass der Erzbischof von Marseille zum Papst Clemens V gewählt wurde. Dieser wurde erst gar nicht in Rom, sondern in Lyon gekrönt wurde.
Als künftiger Papstsitz wurde Avignon auserkoren und dort entstand die größte Baustelle des Jahrhunderts, die zu einem monumentalen Palast werden sollte, der heute zum Weltkulturerbe gehört.

Papst Clemens V hat nicht in dem Palast gewohnt, sondern im nahen Benediktinerkloster. Er starb vor der Fertigstellung seiner neuen Residenz. Zwischen 1335 und 1430 lebten insgesamt 7 Päpste in Avignon, bevor der Papstsitz schliesslich wieder nach Rom verlegt wurde.
Schon viele Male haben wir Urlaub in Südfrankreich gemacht, aber noch nie in Avignon angehalten. Bis jetzt. Die Rhone wird bei Avignon durch eine Insel gespalten. Auf dieser finden wir einen wunderbaren Campingplatz und können die Stadt von hier aus zu Fuß erkunden.

Die kleine Passagierfähre fährt ausgerechnet heute leider nicht und so bleibt uns nur der etwas längere Marsch zur Brücke Pont Edouard Daladier, die uns auf die andere Seite der Rohne in die Altstadt bringt.
Doch wir sind gar nicht böse über den Umweg, denn der Spaziergang am baumbestandenen Fluss ist super schön. Ausflugsboote ziehen an uns vorbei und wir bewundern die überaus beeindruckende Kulisse der Altstadt von Avignon am anderen Ufer.

Schon von weiten ist der riesige Papstpalast zu erkennen. Außerdem die hohen Stadtmauern und viele weitere Kirchen und Türme.
Die Szenerie wirkt total einladend, denn die ganze Altstadt wurde aus hellem Stein gebaut und sieht entsprechend freundlich aus.

Auf der berühmte Brücke von Avignon (aus dem Kinderlied) kann man heute noch tanzen, aber nicht mehr den Fluss überqueren.
Nur vier Brückenbögen sind noch übrig geblieben, denn die Pont Saint-Bénézet, wie sie eigentlich heißt, wurde durch Hochwasser mehrmals beschädigt und 1660 endgültig aufgegeben.

Zusammen mit dem Papstpalast und der Kathedrale gehört die Brücke zu den Wahrzeichen Avignons und zum Weltkulturerbe. Alle Informationen zu den Sehenswürdigkeiten von Avignon findest du hier: https://avignon-tourisme.com/.
Auch wenn man sich nicht dafür interessiert: Sie ist einfach schön! Das finden viele Touristen wohl auch, die auf ihr spazieren gehen.

Ein eher kleiner Torbogen gibt den Weg frei durch die imposanten Stadtmauern in die Altstadt. Die ist mindestens genauso imposant! Zuerst stolpern wir zwar über ein paar unbedeutende kleine Nebenstraßen, doch dann landen wir an der Oper und der Place de L´Horloge.
Ein grosser, langgestreckter Platz mit vielen Bäumen und einigen wichtigen Gebäuden der Stadt. Der Bürgermeister regiert hier und die Oper haben wir schon erwähnt. Viel wichtiger für die meisten: Es gibt jede Menge restaurants, die mit großen Terrassen sehr einladend sind.

Eine kleine Kirmes findet hier statt, Straßenkünstler trete hier auf und überhaupt scheint der Platz ein wunderbarer Ausgangspunkt für ausgedehntes bummeln und erkunden in den Einkaufsstraßen und -Gassen zu sein, die von hier aus abzweigen.
Meine Frau kümmert sich um das bummeln, während ich mit meiner Kamera den Papstpalast suche. Keine schwierige Aufgabe, denn bei der Größe muss man irgendwann darauf stoßen!

Etwa eine Stunde lang umrunde ich ihn. Der Palst ist in Wirklichkeit ein ganzen Viertel mit zahlreichen Gebäuden, der Kathedrale von Avignon und einem ausgedehnten Park, dem Jardin des Doms.
Von außen sieht man vor allem riesig hohe Mauern und den imposanten Eingangsbereich am Place du Palais.

Der bildet den zweiten großen Platz auf dem das Leben tobt: Zahlreiche Besucher und Einheimische Familien ziehen hier ein und aus, verweilen auf dem schönen Platz oder genießen die umliegenden Restaurants und Cafés. In Avignon muss man nicht verhungern!
Von der Uferseite aus führt eine lange Treppe den felsigen Palastberg hinauf zu den Gärten des Palastes. Schnaufend komme ich oben an und genieße den schönen Blick über die Rhone.

Von den Gärten kann ich leider nur einen kleinen Teil bewundern, der Rest ist gerade gesperrt wegen Arbeiten. Wir haben Spätherbst und alles muss wieder chick gemacht werden für das nächste Frühjahr.
Macht nichts, also zurück in die Altstadt. Wir genießen das Essens-angebot, bummeln noch ein bisschen durch die schönen Gassen und machen uns auf den Heimweg. Ein letzter schöner Spaziergang über die Brücke und an der Rhone entlang bringt uns erschöpft, aber mega zufrieden, wieder zurück zum Campingplatz.

Hilfreiche Links für die Reiseplanung
Kommen bald…

Fazit
Brauchen wir überhaupt noch ein Fazit? Uns hat Avignon super gut gefallen und wir können es nur sehr empfehlen!
Du findest in dieser Stadt Kunst und Kultur, Essen und Trinken, Shoppen und genießen und alles in einer Kulisse, die wirklich toll ist!

Wir haben uns in Avignon wohl gefühlt. und liegt sicher auch an der gelassen-positiven Atmosphäre die sie ausstrahlt. Wir haben viele Touristen gesehen (außer uns), aber sie waren gar nicht störend, denn die Stadt ist groß genug, dass sich alle gut verteilen.
Und viele, wohl die meisten, der Menschen um uns herum waren Franzosen, die mit ihren Familien eine gute Zeit verbracht haben, wie wir eben auch.

Zur entspannten Gelassenheit trägt sicher auch bei, dass der starke Verkehr vor den Stadtmauern – vor den Stadtmauern bleibt. In den Gassen und auf den Plätzen der Altstadt war davon wenig zu hören.
Für uns Landmenschen auch erfrischend: Die Stadt ist recht grün, denn es gibt viele Alleen, kleine Parks und Plätze mit Bäumen in deren Schatten es sich gut aushalten lässt. Wir waren im späteren Herbst da und die Temperaturen waren angenehm, aber auch in der wärmeren Jahreszeit wird es hier sicher gut auszuhalten sein.
Kurzum: Avignon hat uns überrascht und begeistert!

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Bildnachweis Titelbild: Blick von der Rhone auf Avignon (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)