Hügel mit kleinen alten Steinhäusern, die am steilen Hang kleben und trotzig ins Tal blicken. Darunter Weinreben, Obstplantagen und immer wieder Zypressen. Wir sind in der Provence. Genauer: in einem der schönsten Teile der Provence…
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Intro und Reisebericht
Das Dorf Gordes trägt seinen Titel „Eines der schönsten Dörfer der Provence“ mit Stolz. Es liegt im Naturpark Luberon, der mit einem herrlichen Mittelgebirge und wunderbaren Tälern auftrumpft.

Genauer genommen sind es die Ausläufer der französischen Alpen, die sich in Hügelketten bis ans Mittelmeer fortsetzen.
Gordes liegt nördlich von Aix-en-Provence und östlich von Avignon und damit wirklich im Herzen der Region Provence-Alpes-Cote d`Azur. Hier befinden sich auch viele der malerischen Lavendelfelder, für die die Gegend berühmt ist.

Die blühen allerdings von Mitte Juni bis Mitte August. Also im Hochsommer und den Schulferien, die wir beide gerne meiden. Wir sind hier im späten Herbst.
Der Morgen beginnt sehr kühl, als wir mit unserem unpassend großen Wohnmobil die schmalen Straßen auf den Berg hinauffahren.

Glücklicherweise sind wir früh dran und der große Parkplatz vor dem Ortseingang bietet noch viele freie Plätze. Die braucht man auch, denn ins Dorf dürfen nur die Anwohner einfahren, oder Gäste, die im Inneren eine Unterkunft gebucht haben.

Schon bei de Anfahrt verschlägt es uns den Atem: Auf der gegenüberliegenden Hangseite thronen kleine Häuser hoch am steilen Berghang.
Die Morgensonne wirft ein fahles Licht auf die Szene, während die Sonne zaghaft durch die Wolken bricht und gegen den Dunst ankämpft, der sich hartnäckig am Berghang hält.

Wir spazieren den steilen Hang hinauf und stehen plötzlich in der Sonne, die den Herbsttag dann doch schnell mit einer erstaunlichen Wärme füllt.
Das Dorf ist klein. Es gibt ein paar enge Gassen in alle Richtungen, einen kleinen Marktplatz, eine Kirche, ein Kloster und eine Burg.
Letztere entstand jedoch erst im 11. Jahrhundert. Erste Befestigungen gab es hier jedoch schon zu römischer Zeit.

Landwirtschaft ernährte das Dorf in der Vergangenheit. Noch heute sieht man überall Olivenhaine, aber auch Mandel- und Feigenbäume. Später lockte die pittoreske Szenerie verschiede Künstler an, wie zum Beispiel Marc Chagall. Heute lebt es wohl hauptsächlich vom Tourismus.
Apropos Kunst: Besonders auffällig sind die vielen Katzenbilder, die auf den farbigen Fassaden der alten Häuser zu finden sind!

Wir glauben dass hier auch zahlreiche wohlhabende Franzosen ihre Ferienunterkunft haben, denn wir haben viele wunderschöne moderne und hochwertige Häuser im klassischen Stil der Provence bewundert.
Damals baute man mit dem was reichlich vorhanden war und ind er Provence sind das grobe Steine in gelblichen und rötlichen Erdfarben. Die werden auch heute noch verwendet und so erhält das uralte Dorf seinen Stil auf wunderbare Weise.

Die kleinen steilen Gassen sind schnell erkundet. Es gibt ein paar schöne Boutiquen, Kunstgalerien und Geschäfte, wo Spezialitäten der Region angeboten werden.
Luftgetrocknete Schinken hängen in einem Laden von der Decke. Eine Boulangerie lockt mit schönsten Leckereien und vor einem anderen Geschäft finden wir den würzigen Honig der Provence.

Wir versuchen einen anderen weg zurück, laufen einen steilen und langen Umweg und landen am Ende doch wieder auf der Hauptstraße. Der Umweg hat sich aber gelohnt. Zum einen ist das Kapitel „Sport“ für heute damit gut abgedeckt und anderen war es einfach nur schön!

Auch der Blick vom erhöhten Dorf aus in die Umgebung ist wunderschön. Wie ein bunter Flickenteppich liegen Weinberge, Olivenhaine, Wiesen und kleine Äcker vor uns. In der Ferne ein paar Bauernhöfe und immer wieder schlanke Zypressen, die dem Bild eine besondere Note verleihen.
Es wird Mittag und das kleine Dorf füllt sich Zusehens. Ich mache noch ein par Fotos und dann schauen wir, dass wir den Berg wieder hinunterkommen. War aber schon cool!

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Fazit
Wir waren schon mehrfach an der Cote d´Azur und in der Provence im Urlaub und jedes Mal hat es uns sehr gut gefallen. Wir mögen die Gegend – die Provence sogar lieber als die Cote d`Azur.
Aber wir haben über die Jahre auch mitbekommen, dass die Region immer voller wird. Besonders im Sommer. An den Stränden der Cote d`Azur ist das schon extrem, im Inland geht es noch besser.

Aber die touristischen Highlights, wie die Parfümstadt Grasse, die übrigens wunderschön ist, kann man dann kaum noch betreten.
Auch viele andere pittoreske Dörfer und Städtchen der Provence sind dann schnell voll. Und ich meine voll, denn die kleinen Bergdörfer mit ihren schmalen Strassen haben in der Regel wenig Platz.

Wir waren im Spätherbst in Gordes und waren froh früh am Morgen schon dort gewesen zu sein, denn am Mittag wurde es schon voll.
Was mit dem PKW vielleicht noch keine Problem ist, ist mit dem ein Wohnmobil dann schon richtig stressig.

Unser Tipp für die Provence: Im Frühjahr und Herbst ist es hier schön warm, aber nicht zu heiß und es ist viel weniger los als im Sommer.
Und wenn du dann noch früh genug startest, dann kannst du Gordes und andere wunderschöne Orte der Provence ganz in Ruhe genießen!

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Bildnachweis Titelbild: Das Dorf Gordes in der Provence (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)