Perpignan liegt am Südrand der Pyrenäen, nahe dem Mittelmeer und kurz vor der spanischen Grenze. Die meisten fahren auf ihrem Weg von oder nach Spanien vermutlich daran vorbei. Aber lohnt sich ein Aufenthalt dort?
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Intro und Reisebericht
Letzten Herbst haben wir eine längere Tour mit dem Wohnmobil unternommen. Der anhaltenden Hitze in Spanien sind wir so schnell wie möglich entflohen, immer nach Norden.

Die kleine kurvige Küstenstraße über die Pyrenäen ist landschaftlich sehr schön, aber nicht einfach zu fahren mit dem Wohnmobil. Ja, wir hätten auch die Autobahn nehmen können, aber wir wollten ja etwas mehr von den Pyrenäen sehen.

Bei sehr viel angenehmeren Temperaturen, als in Spanien, finden wir einen Stellplatz bei Argeles-sur-Mer. Der Plage de la Marende begrüßt uns und wir wir fühlen uns gleich wohl.
Im Hintergrund ist die Bergkette der Pyrenäen zu sehen. Weisser, weicher Sand umschmeichelt die Füße und das Meer ist friedlich – was für ein schöner Abend.

Am nächsten Tag fahren wir nach Perpignan. Ich hatte über den Palais des Rois de Majoque gelesen und wollte ihn mir gerne ansehen. Im 13. Jahrhundert regierten hier tatsächlich die Könige von Mallorca. Zum Herrschaftsgebiet gehörte auch die Region Roussillon und die Stadt Montpellier.
Dieser Teil von Südfrankreich war damals noch spanisch und gehörten zum Haus Aragon! Daran erinnern auch zahlreiche Schilder und Plaketten auf unserem Weg.

Der Palast nimmt einen großen Teil der Altstadt ein und bildet sein Zentrum. Den Fotos auf der website nach ist er mit Sicherheit sehenswert. Leider war er jetzt, im Spätherbst wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, so dass ich ihn nur von außen umwandern konnte.

Das ist allerdings uninteressant, denn außer glatten Ziegelmauern ist nichts zu sehen. Beim nächten Mal werde ich ihn mir auf jeden Fall ansehen! Informationen zum Palast und zur Stadt und ihren Sehenswürdigkeiten findest du hier: https://www.perpignantourisme.com/.

Umso mehr Zeit haben wir um die Altstadt zu durchwandern und zu erkunden. Das Wohnmobil haben wir auf der nördlichen Seite des Flusses Tet am Parc des Expositions geparkt. Ein Bus bringt uns super praktisch in die Innenstadt.

Der ehemalige Stadtring ist von großen, alten Platanen gesäumt. Wir sehen einen Park und Cafés und bummeln zum schönen alten Stadttor, der Porte Notre Dame, die direkt an eine kleine Festung angrenzt, dem Castillet de Perpignan.

Eine Fußgängerzone bringt uns zur Loge de Mer de Perpignan, offenbar das Gildehaus der Kaufleute. Perpignan liegt nicht direkt am Meer, aber sehr nah. Das Gebäude ist sehr hübsch und der Baustil sieht tatsächlich spanisch aus. Ein paar Meter weiter findet im gleichen Gebäude das Bürgermeisteramt.
Ich habe heute keinen Termin beim Bürgermeister und so bewundere ich nur das schöne Gebäude und die schönen Innenhöfe.

Die Altstadt von Perpignan hat viele Fußgängerzonen, was das Bummeln und shoppen in den zahlreichen Boutiquen und Geschäften sehr angenehm macht. Die Gassen sind schmal und die Häuser hoch. So fällt immer auch viel Schatten auf die Strassen.

Wie angenehm das ist, merke ich, als ich auf einen freien Platz komme und die Herbstsonne mich mit überraschender Hitze empfängt. Das ist die Place de la Republique, ein größerer Platz im Herzen der Altstadt, auf dem etliche Restaurants und Cafés zu finden sind.

Es ist Mittagszeit und die Terrassen sind voller Menschen. Wir finden ein sehr nettes kleines Café in der Nähe. Nur ein paar Tische auf einem kleinen Platz – im Schatten!
Nach einem leckeren Mittagessen und einem weiteren Bummel durch die Altstadt nehmen wir den Bus zurück zu unserem Wohnmobil und setzen unsere Reise fort.

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Fazit
Ist Perpignan denn nun eine Reise wert? Ich meine ja! Die Altstadt hat sehr hübsche Viertel und der Palast der Könige von Mallorca ist mit Sicherheit sehenswert. Für einen mehrstündigen Aufenthalt, oder auch eine Übernachtung kann ich Perpignan auf jeden Fall empfehlen.

Nicht verschweigen möchte ich, dass Perpignan auch weniger schöne Viertel hat, in die ich beim ausschweifenden Wandern um das Palais auch geraten bin. Dort waren die Häuser und Strassen zum Teil in keinem guten Zustand.

Auch nicht verschwiegen möchte ich, dass der Verkehr an der französischen Mittelmeerküste weitaus weniger entspannt ist als am Atlantik. Hier wird flott gefahren, viel gehupt, und wenn man nicht aufpasst, findet man sich schnell in schmalen Gassen und Einbahnstraßen wieder.

Nicht nur für Wohnmobile kann das ziemlich stressig werden und ich empfehle unbedingt die Park-and-Ride-Möglichkeiten, wie wir sie wahrgenommen haben. Zu Fuß kann man die schöne Altstadt dann unbeschwert genießen!

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Kommen bald…
Bildnachweis Titelbild: Porte Notre-Dame und Castillet (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)
