Fahrrad-Fernstrecken in Irland und Nordirland – wo ist es am Schönsten?

Last updated on 5. Februar 2024

Irland ist ein Erlebnis – egal mit welchem Fortbewegungsmittel. Die Westküste ist atemberaubend schön, mit hohen Klippen, wilder Brandung und weißen Sandstränden.

Westküste von Beara
Westküste von Beara (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Intro

Smaragdgrün erhebt sich die Insel aus dem Azurblauen Atlantik – und wird deshalb auch Emerald Isle genannt.

Auch die Südostküste und die kleinen Mittelgebirge sind wirklich schön.

Dazu kommen die gemütliche freundliche Gelassenheit der Iren, viele Schlösser und Burgen, bunte Städtchen und urige Pubs natürlich. In Irland kannst du entschleunigen!

Mit dem Fahrrad bekommst du natürlich ein viel engeres Verhältnis zur Natur und den Menschen um dich herum als mit dem Auto. Und so ist eine Radreise am Wild Atlantic Way auf jeden Fall ein ganz besonders eindrucksvolles Erlebnis.

Allgemeine Infos zum Fahrradfahren in Irland

Soviel Grün braucht Wasser – und es kann auch mal regnen in Irland. Nicht immer, aber immer wieder mal, auch im Sommer. Meist ist es dann ein Nieselregen oder ein kleiner Schauer und dann klart es wieder auf.

Eigen-Werbung für Easycruiser.tours
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Wir leben seit mehreren Jahren in Irland. Wir haben dort unseren Zweitwohnsitz und betreiben hier im Sommer unserer Motorradvermietung (www.easycruiser.tours). Wir haben auch schöne Gästezimmer (www.the-view-accommodation.ie). Als Insider kennen wir das Wetter gut.

Ich würde es so zusammenfassen: Wer aus Norddeutschland kommt, den schreckt Irland auch nicht, die Verhältnisse sind etwa vergleichbar. Also Regenzeug einpacken und damit sind wir mit dem Thema auch schon durch. Ach ja: Da Irland eine Insel ist, wird es gerne windig. Vor allem an den Küsten.

Die gute Nachricht ist: Die Tagestemperaturen im Sommerhalbjahr bewegen sich meist zwischen 15-25 Grad, im Frühjahr und Herbst ein paar Grad darunter. Wirklich heiß oder wirklich kalt wird es nur selten, der Golfstrom entlang der Atlantikküste wirkt da sehr ausgleichen. Damit hast du meist ein angenehmes Temperaturfenster ohne große Extreme – zum Radeln perfekt, oder?

Radwege sind eher selten in Irland. Meist teilst du dir die Straße mit anderen Verkehrsteilnehmern. Die ausgezeichneten Radrouten leinen und kleinsten Nebenstraßen. Da Irland viel weniger besiedelt ist als Deutschland, ist auf den kleinen Landstraßen meist sehr wenig los.

Foto: ireland.com
Foto: ireland.com



Und die Iren sind „Hindernisse“ gewohnt: Spaziergänger, Fahrräder, Reiter, Kühe oder Schafe sind hier unterwegs, zusammen mit einigen Traktoren. Die Iren ziehen sich gelbe Westen an und nutzen eben die Straßen – alle. Autos müssen eben ausweichen oder bremsen, das ist hier normal.

Wenn du auf eigene Faust fährst, suche nach „L“- (lokale Straßen) und „R“ -Straßen (Regionalstraßen) auf der Karte, das sind die kleineren. Meide N-Straßen (Nationalroads), das sind die großen und schnelleren Bundesstraßen.

Gerade die kleinen Landstraßen sind oft die schönsten: Du kommst über sanfte Hügel an Farmen vorbei, Kinder spielen an der Straße, der Bordercollie begleitet dich ein Stück und der Trekkerfahrer winkt dir zu. Uuups, schnell Bremsen, schon wieder Schafe auf der Straße!

Foto: www.asi-reisen.de
Foto: www.asi-reisen.de



Allerdings sind diese kleinen Straßen oft extrem schmal und der Asphalt (Tarmac) grob, wellig und mit Schlaglöchern versehen. damit musst du leben. Die Federung und gepolsterte Handschuhe und Radhosen nehmen die gröbsten „Hoppalas“ auf, und die breiten Reifen schlucken den Rest. Damit habe ich schon angedeutet, dass ein gröberes Trekkingrad hier besser läuft als ein feiner Renner mit schmalen Reifen.

Du wirst hier nicht zu schnell unterwegs sein können – aber das macht ja nichts. Nimm dir nicht zu viel Strecke vor und fahre ruhig und gleichmäßig, dann müssen Wind und holprige Straßen nicht auch noch zu Stress führen.

Irlands Atlantikküste

Wo ist es am Schönsten in Irland? Es gibt viele schöne Ecken zu entdecken. Aber das Highlight Irlands ist sicher die wilde Atlantikküste. Der als Autoroute ausgeschilderte Wild Atlantic Way zieht sich über 2500km von der Nordspitze Irlands bis an die Südküste. Er folgt allerdings teilweise Straßen, die für Fahrradfahrer nicht optimal sind. Der Eurovelo 1 folgt der Route im Prinzip auch – allerdings auf möglichst Fahrrad-freundlichen Straßen.

Eigen-Werbung für The View Accommodation
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Greenways in Irland

Der Trend zum Radwandern ist in Irland angekommen und man bemüht sich um eine bessere Infrastruktur für Radtouristen. Es gibt schon einige „Greenways“, also Fahrradstrecken, die abseits normaler Straßen verlaufen und es sind weitere in Planung und Ausbau. Ein schönes Beispiel ist der 40km lange „Waterford Greenway“, der entlang einer stillgelegten Eisenbahnstrecke verläuft, oder der 100km lange „Royal Canal Greenway“, der entlang alter alter Treidelpfade entlang eines Binnenkanals gebaut wurde. Die Fernwanderrouten Eurovelo 1 und 2 beeinhalten die vorhandenen Greenways, so daß du sie nicht extra recherchieren musst.

Der Eurovelo 1

Eurovelo bemüht sich um Fernwanderouten in ganz Europa. Der Eurovelo 1 ist die Atlantic Coast Route. Er zieht sich von Portugal über Spanien, Frankreich, England, Irland, Nordirland, Schottland bis ans norwegische Nordkap. In Irland beginnt er am Fährhafen Rosslare im Südosten der Insel, folgt der Südküste, dann der Westküste und bis in den Nordwesten Irlands, wo er dann nach Nordirland abbiegt und in Belfast endet. Dabei legt er 2300km in Irland zurück und 230km in Nordirland.

Foto: westportbikehire.com
Foto: westportbikehire.com

Der Eurovelo 2

Dieser Abschnitt ist ein Teil der Hauptstadtroute. Von Dublin bis Athlone ist er als Radroute ausgebaut, die restliche Strecke bis Galway ist noch im Ausbau. Von Dublin bis Galway kannst du mit ca. 230km Strecke rechnen.

Führer, Karten und GPS Tracks

Den genauen Routenverlauf des Eurovelo 1 und des Eurovelo 2 findest du auf den websites: https://de.eurovelo.com/ev1 und https://de.eurovelo.com/ev2. Führer und GPS Tracks findest du über die Eurovelo-Seite oder direkt bei: https://www.esterbauer.com/.

Anreise und Abreise

Wenn du dir den Startpunkt in Rosslare und den Endpunkt in Belfast anschaust, dann macht das Sinn, wenn du die gesamte Atlantic Coast Route fährst.

Die meisten werden aber wohl nicht soviel Zeit mitbringen und nur eine Woche oder zwei Wochen in Irland radeln können. In dem Fall kannst du nach Dublin fliegen, dort einen Zug oder Fernbus z.B. nach Cork, Limerick, Galway oder Westport nehmen und die Tour dort starten.

Die Klippen von Slieve League
Die Klippen von Slieve League (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Die Verbindungen von Dublin in jede Ecke Irlands sind in der Regel gut, die Verbindungen zwischen allen anderen Orten und Städten aber oft nicht, vor allem wenn es kleine Städte sind. Suche dir also eine gut angebundene Start-Stadt an der Küste und eine gute angebundene End-Stadt, dann kannst per Bus/Zug von Dublin an die Küste, dort eine Strecke radeln und wieder per Bus/Zug nach Dublin zurück.

Wenn du mit dem eigenen Auto und Fahrrad anreist, kannst du die Fähre nach Dublin oder nach Rosslare nehmen. Wenn du keine Rundtour machen willst und das Auto stehen lässt, ist Dublin auch in diesem Fall ein Ausgangsort an den du im Zweifel besser wieder zurückkommst.

Die Zugverbindungen findest du auf: www.irishrail.com. Eine große Fernbusgesellschaft ist: www.buseireann.ie.

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Ein Wort zum Schluss

Irland ist eine Radreise wert – definitiv! Die Landschaft ist ein Traum, die Küsten sind spektakulär und die Iren sind gastfreundlich. Egal, ob du im Süden oder im Norden anfängst, du wirst viel Freude haben an deiner Radreise in Irland und das wünsche ich dir – ganz viel Spaß!


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Bildnachweis Titelbild: Wild Atlantic Way Wegweiser: Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg (www.easycruiser.tours, www.the-view-accommodation.ie, www.irland-insider.de, www.ireland-insider.com)

Uli Verfasst von:

Hallo und schön, dass du hier bist! Irland ist interessant, vielseitig und landschaftlich traumhaft! Woher ich das weiß? Ich lebe und arbeite in Irland (Zweitwohnsitz) und habe die Insel intensiv und viele Male bereist. Vielleicht kann ich dich auch neugierig machen, auf die grüne Insel im Atlantik? Viel Spaß beim Lesen! Dein Ulrich Knüppel-Gertberg