Biarritz: sympathisch mondän

Biarritz ist eine mondänes Seebad an der Südfranzösischen Atlantikküste, kurz vor der spanischen Grenze. Es ist auch eine sehr lebendige kleine- bis mittelgroße Stadt und einer der coolsten Surfspots der Region…

In der Altstadt von Biarritz
In der Altstadt von Biarritz (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Intro und Reisebericht

Es gibt viele Seebäder, die außerhalb der typischen Sommer-Saison eher ausgestorben wirken. Nicht so Biarritz!

Wir sind im Herbst hier, auf Rundreise mit unserem Wohnmobil. Ein Stückchen nördlich der Stadt finden wir einen Womo-Stellplatz ganz nah am Meer.

Am kleinen Strand Vieux Port (Biarritz)
Am kleinen Strand Vieux Port (Biarritz) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Wir sind froh überhaupt noch einen Platz auf der ziemlich schiefen Asphaltebene zu bekommen, denn der Platz ist auch jetzt im Herbst sehr gut besucht.

Als wir einen kleinen Spaziergang machen, wissen wir warum: Von unserem kleinen Hügel aus haben wir direkt eine wirklich tolle Sicht: Hinter einem breiten Grünstreifen (Park) blicken wir direkt auf die Strände Corsaires und Marinella. Beides sind wunderbare lange und breite Sandstrände.

Leuchtturm von Biarraitz
Leuchtturm von Biarraitz (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Ein Golfplatz erstreckt sich über die Hügel nach Norden, wo noch viele weitere Sandstrände folgen. Auch im Süden ist ein Golfplatz erkennbar und ein Leuchtturm auf einem hohen Hügel. Das ist schon der Leuchtturm von Biarritz.

Auf dem Weg dorthin sieht man eher lockere Bebauung, meist Einfamilienhäuser, auch mal ein Hotel aber keine Betonburgen.

Es gibt viele Palmen in Biarritz
Es gibt viele Palmen in Biarritz (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Auf dem Weg zum Strand finden wir noch ein kleines Strandcafé – besser kann man gar nicht ankommen.

Am nächsten Tag machen wir uns mit den E-bikes auf den Weg nach Biarritz – den Hügel rauf, den Hügel runter und die Altstadt liegt vor uns. Und was für eine Stadt!

Das Hotel du Palais in Biarritz
Das Hotel du Palais in Biarritz (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Alte Villen mit schmucken Fassaden, eine schöner als die andere. Aber durchaus auch Hochhäuser am Strand und große Kaufhäuser – ein sehr gemischtes Bild.

Unten angekommen halte ich in einem kleine Park hinter eine großen historischen Gebäude, dem Hotel du Palais Biarritz. Erst später erfahre ich, dass dies tatsächlich mal das Schloss der Kaiserin Eugénie von Frankreich war.

Am Strand von Biarritz
Am Strand von Biarritz (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Im Jahr 1854 verweilte sie für zwei Monate in dem Ort, der ihr offenbar gut gefiel, woraufhin ihr Ehemann, Kaiser Napoléon III. ihr den Palast bauen ließ. Beide verbrachten fortan mehrere Sommer hier, begleitet von weiteren europäischen Adligen und ihrem Gefolge.

Dadurch wuchs die Stadt erheblich an und hatte am Ende des 19. Jahrhunderts immerhin 10000 Einwohner. Heute sind es knapp 30000 Menschen, die hier leben.

Restaurant-Terrassen in Biarritz Port Vieux
Restaurant-Terrassen in Biarritz Port Vieux (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Im 18. Jahrhundert waren es nur 200 Einwohner, denn der Ort war nicht mehr als ein eher ärmliches Fischerdorf. Im Mittelalter noch gab es viele Wale im Golf von Biskaya und der Walfang ernährte die Menschen.

Doch bis zum 17. Jahrhundert waren die Wale weitgehend ausgerottet und die allgemeine Fischerei war weit weniger einträglich. Das waren die bescheidenen Anfänge der Stadt!

Starker Wellengang ist nicht selten in Biarritz
Starker Wellengang ist nicht selten in Biarritz (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Heute ist das kaum vorstellbar, denn ganz offensichtlich ist Geld in der Stadt – alles sieht bestens aus und die Villen auf dem Hügel sprechen für sich.

Kaiserin Eugénie brachte offenbar den Tourismus nach Biarritz und der ist bis heute sicher eine der wesentlichen Wirtschaftsfaktoren, aber keineswegs der einzige.

Am Aquarium von Biarritz
Am Aquarium von Biarritz (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Schon beim hineinfahren haben wir festgestellt dass abseits der Küste, noch eine moderne Stadt existiert, mit allem was dazugehört. Die Stadt ist sicher nicht abhängig vom Tourismus und deshalb auch im Herbst keineswegs leer.

Die Menschen um mich herum sprechen überwiegend Französisch, einige auch Spanisch. Die Grenze zum Nachbarland ist sehr nah und es zieht offenbar viele spanische Familien auch nach Biarritz. Zum bummeln, shoppen, Zeit genießen.

Straßencafé in Biarritz
Straßencafé in Biarritz (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Das kann man hier auch. Es gibt einen schmalen Strand, eine Promenade, zahlreiche Restaurants und Cafés und eine schöne Altstadt mit vielen Geschäften und Boutiquen.

Waren die Strände vor Biarritz breit und sandig, ist das Bild im Ort ein anderes: Steile Klippen und Felsen bestimmen immer wieder das Bild. Diese werden von kleine sandigen Buchten durchbrochen, an denen die Menschen sich vergnügen.

Schwimmer trotzen den Wellen am Ancien Port
Schwimmer trotzen den Wellen am Ancien Port (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Die Brandung ist hier heute allerdings heftig, denn es gab stürmisches Wetter am Tag zuvor. Schwimmer sehe ich tatsächlich nur in der geschützten kleinen Bucht am Plage du Port Vieux, wo vermutlich früher die Fischerboote auf den Strand gezogen wurden.

Surfer sehe ich heute nicht, die Brandung ist wohl zu stark. Aber Biarritz ist an etwas friedlicheren Tagen ein sehr gefragter Surfspot.

Am alten Hafen von Biarritz
Am alten Hafen von Biarritz (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Auch der kleine Sportboothafen liegt geschützt hinter hohen Mauern. Darüber, auf den Klippen findet man das Aquarium von Biarritz. Die hochgelegenen Terrassen vor dem Aquarium bieten einen unglaublichen Blick auf die Felsen und Port Vieux.

Der alte Teil der Stadt erhebt sich auf den Hügeln landeinwärts. Ich schlendere durch schmale Gassen, vorbei an gut gefüllten Restaurant-Terrassen und kleinen Shops aller Art.

Blick vom Aquarium zum Ancien Port (Biarritz)
Blick vom Aquarium zum Ancien Port (Biarritz) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Auf kleinen Plätzen wachsen hohe Palmen, Menschen sitzen auf Bänken und genießen ihre Pause und ich entdecke immer wieder prächtige historische Gebäude.

Schon bald komme ich den moderneren Teil der Stadt: Breitere Straßen, mehr Verkehr, große Kaufhäuser – nicht mein Ding.

Oldtimer-Motorräder in einem Bekleidungsgeschäft (Biarritz)
Oldtimer-Motorräder in einem Bekleidungsgeschäft (Biarritz) (photo: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Ich rolle wieder zum Wasser und folge der Küstenstraße den Hügel hinauf zum Leuchtum von Biarritz. Er steht auf einer hohen Klippe und ist von einen schönen, baumbestandenen Park umgeben. Bänke im Schatten laden zum Verweilen ein und inzwischen ist die Sonne auch sehr warm!

Vom Park aus hat man einen grandiosen Blick über die Stadt. Ich umrunde den Leuchtturm, blicke wieder auf die breiten Sandstrände und rolle kurz darauf den Hügel hinab genau dorthin – und zurück zum Wohnmobil.

Am Strand von Marinella bei Biarritz
Am Strand von Marinella bei Biarritz (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)





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Kommen bald….


Die Kirche von Sainte Eugenie in Biarritz
Die Kirche von Sainte Eugenie in Biarritz (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)




Fazit

Wir sind eher Landmenschen und Städte mit vielen Menschen sind nicht unbedingt meine Komfortzone. Aber Biarritz war wirklich cool!

Zum einen ist die Stadt bei allen Besuchern ja doch noch eine überschaubare Stadt. Zum anderen war die heitere Gelassenheit der Südfranzosen (und Nordspanier), die an der Küste ihren Tag genossen haben, wirklich ansteckend.

Am Leuchttum von Biarritz
Am Leuchttum von Biarritz (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Und dann kann man sich bei allem Trubel ja auch immer wieder mal in einen Park oder an den Strand zurückziehen, wo man immer einen etwas ruhigeren Platz findet.

Beeindruckend ist die Lage der Stadt, vor allem der Kontrast zwischen hohen felsigen Klippen mit schäumender Brandung und immer wieder sandigen Buchten.

Blick von Park am Leuchttum auf Biarritz
Blick von Park am Leuchttum auf Biarritz (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Sehr beindruckend ist auch der alte Teil der Architektur, prächtige Gebäude, alte Villen auf dem Hügel und die schmalen Gassen der Altstadt.

Meine Frau geht lieber shoppen als ich, aber auch dafür gibt es jede Menge Möglichkeiten. Und überall kann man sich hinsetzen und und bei wunderbarem Blick aufs Meer essen und trinken.

Unser Tipp: Übernachte zweimal und nimm dir genügend Zeit für die Stadt und die Strände, du wirst es nicht bereuen!

Am Plage du Port Vieux (Biarritz)
Am Plage du Port Vieux (Biarritz) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)




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Kommen bald…


Bildnachweis Titelbild: Blick über Biarritz (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Uli Verfasst von:

Hallo und schön, dass du hier bist! Wir (meine Familie und ich) haben unseren Zweitwohnsitz in Irland und haben dort mehrere Jahre lang eine Motorradvermietung betrieben. In der Zeit ist dieser Blog entstanden, zunächst nur mit Artikeln über Irland. Inzwischen wächst er immer weiter: Wales, Schottland, England, Frankreich und weitere europäische Länder werden folgen. Was mir dabei besonders wichtig ist: Echte Informationen und Erfahrungen von echten Menschen, die wirklich an dem Ort gewesen sind. Mit ChatGPT, Perplexity oder der Google KI kannst du dir Listen von Sehenswürdigkeiten und Must-See-Places aufzeigen lassen - ist ja erstmal ok. Die Informationen kommen dann meist von den Seiten der Tourismusanbieter der jeweiligen Orte. Viele dieser Orte sind dann aber tatsächlich völlig überrannt, überfüllt oder sonst wie nervig. Andere, wirklich schöne Orte, werden gar nicht genannt. Wir machen das hier anders: Ich sage dir wo wir waren, welche unbekannteren Orte schön sind (auch ohne viel Marketing) und welche super bekannten Orte tatsächlich schön sind (trotz viel Marketing). Und ich werde nicht einen "Must-See-Place" in schillernden Farben bewerben, wenn er gar nicht toll war. In diesem Sinne - viel Spaß beim Lesen! Dein Ulrich Knüppel-Gertberg