Metz überrascht, und das gleich dreimal: Lage, Lage, Lage! Was klingt wie ein Werbeslogan für Immobilien, gilt wohl auch für ganze Städte…

Intro und Reisebericht
Wir Deutsche lieben unsere Mosel. Ein ruhiger Fluß, umgeben von steilen Hängen auf denen wunderbare Weinreben gedeihen. Idyllisch und definitiv ein schönes Urlaubsziel.
Aber wusstest du, dass die Mosel in den Vogesen entspringt und gut die Hälfte ihrer 544 Kilometer durch Frankreich fliesst, bevor sie bei Koblenz in den Rhein mündet?

Ich wusste das bisher nicht. Und ich wusste auch nicht, dass die französische mittig durch die Stadt Metz fließt.
Und das nicht nur einmal, sondern quasi mehrmals, denn neben dem Hauptstrom sie fließt in mehreren Armen durch die Stadt.

Und nicht nur das, sie bestimmt das Stadtbild, daß mancherorts wie ein kleines Venedig wirkt. Also, ein kleines, aber immerhin!
Viele Male sind wir schon auf der Autobahn an Metz vorbei gerauscht, auf unserem Weg nach Irland oder zu den Britischen Inseln.

Aber wie haben nie hier angehalten, denn Metz liegt zu nah an unserem zuhause (Baden-Baden) um sich als Etappenziel anzubieten.

Aber irgendwo hatte meine Frau mitbekommen, daß es dort eine schöne Altstadt geben solle und haben wir diesmal, mit dem Wohnmobil, eine sehr kurze Etappe eingelegt und auf dem Städtischen Wohnmobil-Stellplatz am Fluß eine Übernachtung eingelegt.

Und ein paar Dinge haben mich doch überrascht:
Überraschung Nummer 1: Der Stellplatz ist wirklich nett am Fluß gelegen und dabei sehr zentral. In nur wenigen Minuten kann man zu Fuß in die Innenstadt laufen.

Überraschung Nummer 2: Der Fluß ist die Moselle – davon hatten wir es schon, aber ich war dennoch überrascht. Vor allem: Die Moselle begegnet einem ständig, überall und immer wieder in der Innenstadt und bestimmt das Stadtbild ganz erheblich.

Überraschung Nummer 3: Die Landschaft rund um Metz ist wirklich schön. Hügelig und grün, mit vielen Wäldern. Sie liegt irgendwo zwischen dem Saarland, dem Parc Naturel régional de Lorraine und den nördlichen Vogesen. Einfach schön! Eigentlich hätte ich dieses Thema auch auch als erstes nennen können – aber macht nicht, du wirst es mir nachsehen…

Überraschung Nummer 4: Die Stadt mit ihren immerhin 122000 Einwohnern macht direkt einen gemütlichen Eindruck, eher wie eine mittelgroße Stadt. Und ja, das historische Zentrum ist auf jeden Fall schön!
So, jetzt habe ich wieder alles vorweggenommen und könnte den Artikel an dieser Stelle beenden…

Doch langsam mit den jungen Mademoiselles und Moselles:
Vom Wohnmobil-Stellplatz spazieren wir in die vermutete Richtung der Innenstadt und geraten in Menschenmassen – genauer: Massen von Kindern und Jugendlichen, die sich aus einem riesigen Schulkomplex ergiessen und fröhlich schnatternd den Heimweg antreten.

Ein paar Ecken und Meter weiter schnattert es nicht weniger: Ein kleine Brücke führt über einen schmalen Flusslauf auf eine kleine Insel. Am Flusslauf sind Nilgänse und Enten sehr beschäftigt – lautstark.

Die kleine Insel wird auf beiden Seiten von der Moselle eingerahmt und beherbergt die Préfecture, die Opéra und die wunderschöne Kirche Temple Neuf, eines der ikonischten Fotomotive der Stadt.

Am anderen Ufer ist schon die nächste Kirche zu sehen: Die Cathédrale Saint-Etienne de Metz protzt mit spätgotischer Pracht – hält sich bei der Höhe der Türme aber erstaunlich bescheiden zurück.

Und damit kommen wir schon in die Altstadt von Metz: Hohe Fassaden, manche historisch, manche neueren Datums, prägen das Bild. Kopfsteinpflaster, schmale und breite Gassen und angenehm viele Fussgängerzonen laden zum Bummeln ein.

Unendlich viele Geschäfte, Cafés und Restaurants buhlen um die Gunst der Kunden. Das Ganze wirkt ein bisschen touristisch, aber nicht zu sehr.
Um uns herum hören wir vor allem Französisch, andere Sprachen hören wir eher selten. Wahrscheinlich ist der Tourismus in Metz überschaubar – oder es sind eher Landsleute, die die Stadt besuchen.

Das ist ein bisschen schade, denn und gefällt das Flair ganz gut. Ein Sommergewitter treibt uns vom Platz der Kathedrale ins nahe Café. Der Himmel öffnet seine Schleusen und ergiesst sich über die Stadt.
Nur einen Milchkaffe weiter hat sich die Lage beruhigt und wir spazieren am großen Marktgebäude vorbei durch die Fussgängerzonen und kleinen Gassen, is wir unvermittelt am Fluß herauskommen – schon wieder!

Der Port de Plaisance ist ein kleiner Hafen, wo man Boote mieten kann und wo Hausboote anlegen und übernachten. Das Ufer ist gesäumt von einem schönen, grünen Park und man kann hier ganz zentral wunderbar spazieren gehen.

Am Steg ist viel los, denn am Ruderclub ist wohl gerade Kindertraining. Jede Menge Hundebesitzer, Jogger und Walker begegnen uns.

Ein Stück zurück, am anderen Ufer und nahe dem Temple Neuf, finden wir eine künstliche Wildwasser-Kajak-Rennstrecke, ebenfalls gesäumt von einem schönen grünen Park.
Wir drehen noch eine Runde durch die Altstadt und machen uns dann auf den „Heimweg“, zu unserem Wohnmobil an der schönen Moselle, die uns heute den ganzen Tag lang immer wieder begleitet hat.

Fazit
Wenn du an Metz vorbeikommst, dann gönne dir ruhig eine mehrstündige Pause oder eine Übernachtung in der schönen Stadt. Die Altstadt ist sehenswert, das Ambiente gemütlich und die Lage ist wunderbar:

Die Lage in den Hügeln des Naturparks, die Lage am grünen Fluß Moselle und die Lage der schönen Altstadt mit ihren gemütlichen Fussgängerzonen!
Alle Infos zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt findest du übrigens hier: https://www.tourisme-metz.com/de/sehenswertes-und-aktivitaten.
Und damit wünsche ich dir viel Spaß in Metz!

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Kommen bald…
Bildnachweis Titelbild: Blick auf Temple Neuf in der schönen Stadt Metz (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg