Bath im Januar – muss das?

Warum sollte ich im Januar Urlaub in England machen? Muss ich mir das antun?

Warum das tatsächlich gar keine „Strafe“ ist und warum das sogar richtig Spaß machen kann, dazu kommen wir jetzt…

Blick vom Archway auf Bath Abbey
Blick vom Archway auf Bath Abbey (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)




Intro und Reisebericht

Wir sind gefühlt schon hundert Mal an Bath vorbeigefahren, oder es jemals anzuschauen. Aber ich hatte es immer auf meiner mentalen To-Do-Liste.

Wo liegt Bath? Im Südwesten von England, nicht weit von der großen Hafenstadt Bristol entfernt.

Pulteney Weir und Bridge (Bath)
Pulteney Weir und Bridge (Bath)


Wenn wir durch England und Wales fahren und dann die Fähre nach Irland nehmen, wo wir unseren Zweitwohnsitz haben, dann kommen wir hier vorbei.

Diesmal sind wir von Irland zurück nach Deutschland gefahren und haben uns für die Fahrt etwas mehr Zeit genommen. Genügend Zeit um endlich mal eine Übernachtung in Bath einzulegen.

Friends Meeting House in Bath
Friends Meeting House in Bath (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Warum ist das interessant? Bath ist berühmt für ihre Römischen Bäder mit heißen Quellen und gilt als eine der Great Spa Towns of Europe und ist bei der UNESCO als Weltkulturerbe gelistet. Und damit hat es auch eine sehr schöne und sehenswerte Altstadt.

Reklame-Rad in Bath
Reklame-Rad in Bath (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Tatsächlich kommen wir aus einer ähnlichen Stadt: In Deutschland leben wir am Rande von Baden-Baden, was im Grund das gleiche bedeutet wie Bath.

Bücherei im Friends Meeting House (Bath)
Bücherei im Friends Meeting House (Bath) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Es gibt hier Römische Bäder, heiße Quellen und eine wunderschöne Altstadt. Und auch Baden-Baden ist Weltkulturerbe und eine der Great Spa Towns of Europe.

Was liegt also näher für uns, als das englische Gegenstück zu besuchen? Wir finden eine wunderschöne Übernachtung (über Airbnb) und buchen eine Übernachtung.

Am Römischen Bad in Bath
Am Römischen Bad in Bath (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Ein Reihenhaus in einen Stadtteil der fußläufig zur Innenstadt liegt. Das kleine Häuschen ist mega schön eingerichtet und drinnen erstaunlich ruhig.

Das ist nicht unwichtig, denn die Stadt zählt um die 100000 Einwohner und der Verkehr ist durchaus lebhaft. Am nächsten Morgen stehen wir früh auf und machen uns auf den Weg in die Altstadt.

Am Archway in Bath
Am Archway in Bath (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Der morgendliche Verkehr ist teilweise zu laut für unseren Geschmack und wir sind froh, als wir den River Avon erreichen.

In einer langen Schleife zieht er durchs Land und umgibt die Altstadt an drei Seiten. Das ist typisch für alte Städte, die zu ihrem Schutz auf einem Hügel, oder am Wasser errichtet wurden. So waren sie, mindestens auf der Fluss-Seite, leichter zu verteidigen.

Alte Lagergebäude am River Avon (Bath)
Alte Lagergebäude am River Avon (Foto: Ulrich KnüppelGertberg)


Bath ist schon sehr alt. Die Kelten wussten schon von den heißen Quellen und als die Römer das südliche Britannien eroberten, bauten sie hier den Ort Aqua Sulis.

Das begann im Jahr 43 und zog sich vermutlich über viele Jahre. Sie bauten Thermen und Badehäuser, aus der Siedlung wurde eine Stadt, die sich immer weiter entwickelte.

An der Bath Abbey
An der Bath Abbey (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Etwa 500 Jahre später zerbrach das römische Reich und die Römer zogen sich zunehmend aus Britannien zurück. Das geschwächte Reich war offenbar einladend für andere Mächte und so erfolgte die Invasion der Angelsachsen in Britannien.

Eingang zum Bath Guildhall Market
Eingang zum Bath Guildhall Market (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Im Jahr 577 eroberten die Angelsachsen die Stadt Aqua Sulis und gaben ihr den Namen „Hat Batha“, was später auf englisch „hot baths“ bedeutet und der Stadt ihren heutigen Namen gab.

Arkaden an der Bath Street (Bath)
Arkaden an der Bath Street (Bath) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Mit der Namensgebung waren die Angelsachsen aber schon fertig, denn da sie nicht so eine Badekultur wie die Römer hatten, kümmerten sie sich nicht mehr um die Bäder.

In den folgenden Jahrhunderten versanken sie buchstäblich im Schlamm des Flussufers und wurden erst im 19. Jahrhundert wieder entdeckt und restauriert.

In der Altstadt von Bath
In der Altstadt von Bath (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Wobei es neben dem Römischen Bad auch das Kings Bath, das Cross Bath und das Hot Bath gab, die im Mittelalter erbaut wurden und auch im 16. und 17. Jahrhundert als Kuranlagen für Adlige genutzt wurden.

Französische Bäckerei in englischer Stadt (Bath)
Französische Bäckerei in englischer Stadt (Bath) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Als im 19. Jahrhundert das Kings Bath restauriert und durch das Queens Bath erweitert wurde, stieß man auf die römischen Fundamente und legt sie frei.

In dieser viktorianischen Zeit wurde Bath wieder aufgebaut und zu einem mondänen Kurort. Die Gebäude der heutigen Altstadt stammen großenteils aus dieser Zeit.

Unterwegs in Bath
Unterwegs in Bath (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Wir folgen also dem River Avon. Am Ufer ist es relativ ruhig, Bäume umgeben uns und wir erreichen bald einen Park. Alte Speicher stehen am Flussufer.

Eingang zu den Bädern der Könige und Königinnen (Bath)
Eingang zu den Bädern der Könige und Königinnen (Bath) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Der Fluss Avon war damals schon durch einen Kanal mit der Themse verbunden. Narrowboats, also schmale Frachtschiffe, konnte über Schleusen bis nach London fahren – und zurück. Gegen den Strom wurden sie von Pferden gezogen, die auf schmalen Pfaden am Ufer entlang zogen.

Restaurants am Abbey Churchyard (Bath)
Restaurants am Abbey Churchyard (Bath) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Die alten Fracht- und Handelshäuser wurden restauriert und beinhalten heute offenbar Büros und Lofts, also Wohnungen in wunderbare Lage direkt am Fluss.

Wir kommen in die Altstadt, die zu einem guten Teil Auto-frei ist. Der Kern der Altstadt und sicher auch der schönste Teil, liegt rund um das Römische Bad. Der Eingang dazu ist bei den Kings and Queens Baths zu finden.

Lokal in Bath
Lokal in Bath (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Das wunderschöne Römische Bad beinhaltet ein Museum und man kann natürlich Führungen mitmachen. Wir haben leider nicht so viel Zeit, da wir heute noch weiter reisen werden und so spaziere ich nur um die weitläufige Anlage, vorbei am Pump Room, der Bath Abbey und zum River Avon.

Ich stoße auf einen schönen Park am Fluss, den City Parade Gardens und folge diesem bis ich das Pulteney Weir und die schöne bebaute Pulteney Bridge erreiche.

Am Römischen Bad (Bath)
Am Römischen Bad (Bath) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Die Kulisse ist einfach malerisch, obwohl das Januar-Wetter feucht und kühl und der Morgen eher dunkel ist. Einer dieser Wintertage, die scheinbar gar nicht hell werden wollen. Aber wir haben dennoch viel Glück, denn während unserer Stadtrundgangs regnet es gerade nicht.

Kleine Gassen in der Altstadt (Bath)
Kleine Gassen in der Altstadt (Bath) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Ich genieße die neblige Morgenstimmung am Fluss und wandere in einem Bogen, vorbei an der Guildhall mit ihrer Markthalle dun durch die kleinen Gassen der Altstadt und wieder zurück zu denn Bädern.

Bath City Parade Gardens am River Avon
Bath City Parade Gardens am River Avon (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Die Bath Abbey, die direkt hinter den Bädern zu finden ist, ist übrigens wunderschön! Sie ist mit vielen Steinfiguren üppig verziert. Besonders interessant ist die Himmelsleiter mit Engeln an einem der Türme. Ich bin gar nicht religiös, aber das Bauwerk ist einfach nur beeindruckend.

Bummelnd und ein bisschen shoppend wandern wir zu unserer Unterkunft und unserem Auto zurück und setzen kurz darauf unsere Heimreise fort.

Engel auf der Himmelsleiter an der Bath Abbey
Engel auf der Himmelsleiter an der Bath Abbey (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)




Hilfreiche Links für die Reiseplanung

Hier habe ich noch ein paar sehr schöne Tipps für dich, wenn du dich weiter zu Schottland, Wales oder England einlesen möchtest oder auch nach einer entsprechenden Geschenk-Idee für Freunde oder Verwandte suchst. Dies sind Empfehlungs-Links für Produkte bei Amazon – siehe auch Transparenz.


Wanderlust Großbritannien & Irland: Unterwegs auf den Britischen Inseln.

Roadtrips Schottland: Die ultimativen Traumstraßen zwischen Edinburgh und der Isle of Skye.


Unterwegs in Schottland (KUNTH): Das große Reisebuch.


Unterwegs in England und Wales (KUNTH): das große Reisebuch.


Secret Citys England & Wales: Charmante Städte abseits des Trubels.


Schottland 51 bezaubernde Erlebnisse: Aufbruch zu einer unvergesslichen Reise…


Nord- und Mittelengland Reiseführer (Michael Müller Verlag): Individuell reisen…


Vielen Dank für deine Unterstützung dieses kleinen Reiseblogs – und viel Spaß beim Lesen!

Das alte Pumpenhaus (Bath)
Das alte Pumpenhaus (Bath) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Fazit

Bath ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Ist der Januar der ideale Monat dafür? Vielleicht nicht unbedingt, aber es ist auch kein Problem, denn die Winter sind relativ mild im südlichen Teil Englands.

Natürlich kann es regnen, im Winter mehr als im Sommer, aber wenn man eine Stadt besichtigt, dann ist man ja auch viel drinnen in irgendwelchen Gebäuden, zum Besichtigen, Shoppen, Essen und Trinken.

Blick ins Restaurant im alten Pump Room (Bath)
Blick ins Restaurant im alten Pump Room (Bath) (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Bath ist auf jeden Fall eine touristische Stadt mit einem unglaublich großen Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten. Die sind im Sommer aber auch deutlich teurer, als jetzt im Winter, und können dann auch mal lange im voraus ausgebucht sein!

Wir haben den kurzen Aufenthalt auf jeden Fall sehr genossen und können Bath unbedingt empfehlen. Die Altstadt ist super schön, vor allem rund um die alten Bäder – auch im Januar!

Arkaden in der Altstadt von Bath
Arkaden in der Altstadt von Bath (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



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Bildnachweis Titelbild: Früher Winter-Morgen an den Bädern von Bath (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)









Uli Verfasst von:

Hallo und schön, dass du hier bist! Wir (meine Familie und ich) haben unseren Zweitwohnsitz in Irland und haben dort mehrere Jahre lang eine Motorradvermietung betrieben. In der Zeit ist dieser Blog entstanden, zunächst nur mit Artikeln über Irland. Inzwischen wächst er immer weiter: Wales, Schottland, England, Frankreich und weitere europäische Länder werden folgen. Was mir dabei besonders wichtig ist: Echte Informationen und Erfahrungen von echten Menschen, die wirklich an dem Ort gewesen sind. Mit ChatGPT, Perplexity oder der Google KI kannst du dir Listen von Sehenswürdigkeiten und Must-See-Places aufzeigen lassen - ist ja erstmal ok. Die Informationen kommen dann meist von den Seiten der Tourismusanbieter der jeweiligen Orte. Viele dieser Orte sind dann aber tatsächlich völlig überrannt, überfüllt oder sonst wie nervig. Andere, wirklich schöne Orte, werden gar nicht genannt. Wir machen das hier anders: Ich sage dir wo wir waren, welche unbekannteren Orte schön sind (auch ohne viel Marketing) und welche super bekannten Orte tatsächlich schön sind (trotz viel Marketing). Und ich werde nicht einen "Must-See-Place" in schillernden Farben bewerben, wenn er gar nicht toll war. In diesem Sinne - viel Spaß beim Lesen! Dein Ulrich Knüppel-Gertberg