Burrishoole Abbey – schöne Ruine an der Clew Bay

Im Nordwesten Irlands gibt es eine Bucht mit 365 Inseln. Eine für jeden Tag, zumindest der Legende nach. Das ist die Clew Bay. Die Küstenstraße an der Clew Bay führt dich an einem alten Kloster vorbei, das bei Flut weitgehend vom Wasser umgeben ist…

Eingang zur Burrishoole Abbey
Eingang zur Burrishoole Abbey (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)

Intro

Ja ich weiß, noch eine verfallene Abbey…. Dafür, dass ich mich nicht wirklich für kirchliche Kunst oder Architektur interessiere, finden sich doch erstaunlich viele kaputte Klöster in meinem Blog….

Aber die Burrishoole Abbey hat es mir angetan und ist mir im Gedächtnis geblieben, also warum nicht darüber schreiben?

Wenn du im Nordwesten von Irland unterwegs bist, dann führt dich dein Weg möglicherweise an Newport vorbei immer weiter nach Norden.

Nur ein kurzes Stück außerhalb von Newport liegt die alte Abbey direkt am Wasser. Es sind wohl nicht ganz die salzigen Wasser des Atlantik, die die Ufer der Burrishoole Abbey umspülen, sondern eher die Mündung des Strahmore River, der den Lough Feeagh mit Wasser füllt und sich dann hier in die Clew Bay ergießt.

Aber die Clew Bay mit ihren vielen versprengenden Inseln, beginnt direkt hinter der Abbey, nur ein kurzes Stückchen der Flussmündung folgend und die Flut drückt regelmäßig salziges Wasser in die Mündung.

Flussmündung vor der Burrishoole Abbey
Flussmündung vor der Burrishoole Abbey (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Und so siehst du rund um die Abbey viele kleine Fischerboote vor Anker liegen und auch einige Segelboote sind darunter, die diese geschützte Mündung als Ankerplatz nutzen.

Es ist ein pittoresker Eindruck, an einem keltischen Kreuz vorbei auf das Wasser zu blicken und durch die verfallenen bogenförmigen Kirchenfenster hindurch Fischerboote dümpeln zu sehen.

Die Szenerie wird ein bisschen lebhafter durch die bunter Sichtung an Seevögeln und Binnenwasser-Vögeln, die sich hier findet: Möwen und Seeschwalben kreisen über den Booten und Schwäne, Kormorane und Wasserhühner paddeln eifrig zwischen den Booten und dem Ufer hin und her – zwei Welten stoßen aufeinander – die salzige und die süße…

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Vom gefiederten Leben abgesehen, bin ich hier so ziemlich alleine. Einmal kommt ein Auto, die Leute steigen aus, machen ein Foto, steigen ein und fahren weiter. Ruhe umgibt mich wieder und ich habe Muße mir die Angelegenheit etwas genauer anzusehen.

Das alte, schmiedeeiserne Gittertor ist mit einer Kette versperrt, aber es gibt einen schmalen Durchgang in der niedrigen Klostermauer und einen Trampelpfad, den ich als Einladung interpretiere.

Rund um die alten Mauern der mittelalterlichen Abbey stehen alte Kreuze, darunter auch mehrere schöne Keltenkreuze. Der neue Friedhof hat ein eigenes Areal bekommen, gleich nebenan.

Keltisches Kreuz an der Burrishoole Abbey
Keltisches Kreuz an der Burrishoole Abbey (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



„Die Abbey hat eine wunderschöne Aussicht auf den Fluss“, denke ich immer wieder. Und auch umgekehrt: Für die Fischer muss die Abbey vom Wasser aus auch toll aussehen.

Ich wandele weiter, erkunde einen weiteren dachlosen Flügel und Grabplatten mit kunstvollen Inschriften im Inneren der Kirche und spaziere nochmal außen um die kleine Anlage.

Mit allen Fotos hat der Zwischenstopp keine Stunde gedauert, wahrscheinlich. Genau weiß ich das nicht, denn wenn ich schöne Orte erkunde, vergesse ich die Zeit.

Und das ist vielleicht eine der besten Lehren, die uns diese schöne alte Abbey direkt am Wasser mitgeben will: Alle Schönheit ist vergänglich, aber manches Schöne ist auch zeitlos – und das ist etwas besonderes…

Flussmündung vor der Burrishoole Abbey
Flussmündung vor der Burrishoole Abbey (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)

Kurzer Hintergrund zur Burrishoole Abbey

Im Jahr 1470 erbaute Richard de Burgo of Turlough die Burrishoole Abbey als Dominikaner Kloster.

Er war Lord über die umgebenden Ländereien, ein Titel, den er später abgab um den Rest seiner Tage als Mönch bei den Dominikanern in der eigenen Abtei zu leben. So sicherten sich die frommen Adligen seinerzeit den Zugang zum Himmelreich, neben Richard de Burgo gibt es auch andere Beispiele.

Die Rechnung hatte er allerdings ohne den Wirt gemacht, oder in diesem Fall ohne den Papst Paul II., den er nicht um Erlaubnis gefragt hatte und so schwebte für lange zeit das Damoklesschwert der drohenden Exkommunikation über den Dominkaner-Mönchen von Burrishoole.

Burrishoole Abbey
Burrishoole Abbey (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Es dauerte immerhin achtzehn Jahre, bis der Amtsnachfolger, Papst Innocent VIII. Den Dominikanern verzieh und damit das Kloster nachträglich legitimierte.

Von dem Kloster sind heute nur noch die Kirche und die Ostwand des Kloster-Anbaus vorhanden. Es ist anzunehmen, dass es auch hölzerne Nebengebäude gab, die der Zeit zum Opfer fielen.

Viele Klöster in Irland fielen der Zerstörung durch die englische Reformation im 16. Jahrhundert zum Opfer und wurden später nicht mehr wieder aufgebaut – und so ist es wohl auch hier geschehen.

Die Engländer herrschten seinerzeit über die Irische Insel und versuchten jedwede konkurrierenden weltlichen und kirchlichen Macht Gefüge zu verdrängen. Damit hatten sie dann auch für eine Weile viel Erfolg, bis die irischen Aufstände gegen die englische Vorherrschaft immer stärker wurden, aber das ist nochmal eine andere Geschichte….

In der Burrishoole Abbey
In der Burrishoole Abbey (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)

Was du in der Gegend noch sehen kannst

Das Städtchen Westport bietet sich als Übernachtungs-Station deiner Rundreise an. Es hat eine gute Auswahl an Unterkünften und Restaurants und einen netten kleinen Stadtkern rund um den alten Brunnen. Siehe: https://westporttourism.com.

Am südlichen Ufer der Clew Bay liegt der heilige Berg der Iren, der Croagh Patrick. Jedes Jahr pilgern viele Menschen auf den Berg und die Kapelle am Gipfel. Du kannst den Berg aber auch besteigen um eine unglaubliche Aussicht auf die schöne Clew Bay und ihre vielen Inseln zu geniessen.

Ein paar Kilometer weiter nördlich liegt der Ballycroy und Wild Nephin Nationalpark mit einer einzigartigen fauna und Flora und vielen schönen Wanderwegen. Siehe: https://www.nationalparks.ie/wild-nephin/.

Blick auf die Clew Bay mit Croagh Patrick im Hintergrund
Blick auf die Clew Bay mit Croagh Patrick im Hintergrund (Foto. Ulrich Knüppel-Gertberg)

Fazit

Manchmal liegen Perlen am Straßenrand – die Burrishoole Abbey ist so eine Perle im Nordwesten von Irland. Sie gehört nicht zu den atemberaubend phantastisch größten Sehenswürdigkeiten, die in aller Munde sind, aber sie ist einen kurzen Besuch dennoch wert – oder gerade deswegen!

Die Lage der alten Ruine direkt am Wasser ist wunderschön und du kannst hier sehr gut entspannen, geniessen und erkunden – genau das, was man auf einer Reise zwischendurch mal braucht.

Ich wünsche dir eine tolle Reise in Irlands Nordwesten und eine schöne Stunde an der Burrishoole Abbey.

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Bildnachweis Titelbild: Burrishoole Abbey, Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg (www.easycruiser.tours, www.irland-insider.dewww.ireland-insider.com)

Uli Verfasst von:

Hallo und schön, dass du hier bist! Irland ist interessant, vielseitig und landschaftlich traumhaft! Woher ich das weiß? Ich lebe und arbeite in Irland (Zweitwohnsitz) und habe die Insel intensiv und viele Male bereist. Vielleicht kann ich dich auch neugierig machen, auf die grüne Insel im Atlantik? Viel Spaß beim Lesen! Dein Ulrich Knüppel-Gertberg