Connemara – steinig und beeindruckend

Connemara – der Name kommt dir bekannt vor? Das ist kein Wunder, denn diese schroffe Landschaft im Westen der Stadt Galway ist sehr bekannt – und überaus beeindruckend…

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Schafe auf der Straße in Connemara
Schafe auf der Straße in Connemara

Intro

Ich bin mal wieder mit dem Motorrad unterwegs (du kannst die gleiche Tour auch mit dem Auto fahren). Es ist sehr sonnig und warm, fast schon heiß. Blauer Himmel, ein paar weiße Wolken, blendendes Licht.

Von Galway aus folge ich der Küste nach Westen, nach Connemara. Connemara ist bekannt, sehr bekannt. Das liegt vielleicht an den eleganten Connemara-Ponies, die hier aus dieser Region kommen, oder an dem klingenden Namen.

Vielleicht liegt es auch daran, dass es jede Menge Busreisen nach Connemara gibt, als Tagestour von Dublin aus und auch ab Galway. Connemara ist bekannt, gut vermarktet und im Sommer gut besucht, vor allem am Wochenende.

Ich bin im Frühsommer unterwegs – und am Wochenende.

Motorrad an der Küste von Connemara
Motorrad an der Küste von Connemara



Aber der Andrang beschränkt sich dann doch auf die großen National Roads (N59) und auf Galway selbst. Abseits des Mainstreams ist alles friedlich – wie so oft in Irland. Die kleinen engen Straßen werden von den Bussen gemieden und viele Touristen mit Mietwagen lassen sie auch aus – selber schuld, denn das sind meist die schönsten Routen!

Und so tuckere ich also sehr unbehelligt auf kleinen Straßen die Küste entlang nach Westen. Die Landschaft ist felsig, sehr felsig. Während im fruchtbaren Osten Irlands die Straßen von hohen grünen Hecken gesäumt sind, sind es hier zumeist einfache Steinmauern, die die kargen Weiden umgeben. Sie sind aus groben Natursteinen aufgeschichtet und nicht sehr hoch. Dadurch habe ich einen weiten Blick, über die Weide, die nächste und die nächste…

Linkerhand sehe ich das Meer im Sonnenschein glitzern und rechterhand erheben sich felsige Hügel.

Motorrad an der zerklüfteten Küste von Connemara
Motorrad an der zerklüfteten Küste von Connemara


Ich nehme mehrere Landzungen mit und auch mehrere Schlenker durch die Hügel. Wer meine Route nachverfolgt, wird mich für planlos halten – aber ich will so viele Eindrücke mitnehmen wie möglich und manchmal ist ein Bogen der direkteste Weg zum Ziel!

Ich erreiche Clifden. Die kleine Stadt im Westen Connemaras ist heute sehr lebendig. Autoreisende, Motorradreisende, ein paar Wohnmobile – viel los hier. Ein Sitzplatz ist frei vor einem Café -perfekt! Ich gönne mir eine kleine Mittagspause und schaue dem bunten Treiben zu.

Kurze Zeit später tuckere ich wieder aus der Stadt hinaus. Nach ein paar verwirrenden Einbahnstraßen finde ich meine Route: die Sky Road! Das ist eine sehr kleine Straße im Westen von Clifden, die sich durch die felsigen Hügel an der Küste entlang schlängelt. Sie ist teilwiese einspurig und daher für Wohnmobile völlig ungeeignet. Aber mit dem Motorrad habe ich reichlich Platz und auch normale PKW kommen hier mit dem einen oder anderen Ausweichmanöver gut zurecht.

Renvyle Beach Connemara
Renvyle Beach Connemara (Foto: Ulrich Knüpel-Gertberg)



Entlang der Clifden Bay, ein kurzer Foto-Stopp an der Ruine von Clifden Castle und dann gibt es nur noch den blauen Himmel, die gleißende Sonne und das glitzernde Meer. Die kleine Straße ist ein Traum!

Zurück auf der N59 fahre ich weiter nach Norden und zur Kylemore Abbey. Rechterhand ragen wunderschöne Berge in den blauen Himmel empor.

Sie sind nur ein paar hundert Meter hoch, erheben sich aber schroff aus der Landschaft und wirken dadurch sehr imposant. Dort liegt der Connemara Nationalpark, das bergige Herz Connemaras.

Die Kylemore Abbey
Die Kylemore Abbey (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)



Die Connemara Abbey ist eigentlich ein wunderschönes Schlösschen, mitten in den Bergen! Es war ursprünglich auch tatsächlich ein Wohnschloss einer reichen Familie, bevor es zum Kloster umfunktioniert wurde. Schon der Anblick von außen ist malerisch! Du kannst einen guten Teil der Abbey besichtigen, auf dem riesigen Anwesen spazieren gehen und auch die schön angelegten Gärten besuchen.

Ich genieße heute nur den schönen Anblick von außen – ein anderes mal werde ich wiederkommen und die Abbey näher besichtigen. Ich drehe dann noch einen Schlenker durch die Berge und an den Seen Lough Muck und Lough Fee vorbei. Ein Traum! Was für eine unglaublich schöne Landschaft! Wunderschöne Seen liegen hier zwischen den Bergen!

Motorrad in den Bergen von Connemara
Motorrad in den Bergen von Connemara (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Ein paar Schafe trotteln über die Straße und ein Stückchen weiter sehe ich merkwürdige braune Haufen im Moor neben der Straßen. Torfsoden sind hier zum trocknen aufgeschichtet! Es gibt immer noch Leute, die hier Torf von Hand stecken, trocknen und dann daheim als Brennmaterial für den Kamin verwenden. So wurden schon die irischen Cottages vor hunderten von Jahren beheizt.

Ich folge der N59 weiter nach Norden. Wieder und weder muss ich bremsen und anhalten, weil Schafe auf der Straße herum spazieren. Mich stört das gar nicht. Ich habe es nicht eilig und es hat etwas sehr gemütliches: Hier ticken die Uhren langsamer und Schafe haben Vorfahrt!

Torf stechen in den Bergen von Connemara
Torf stechen in den Bergen von Connemara



Ich erreiche den Killary Fjord und damit die Grenze wischen den Countys Connemara und Mayo. Dieser wunderschöne langgezogen Fjord ist tatsächlich der einzige echte Fjord auf der Insel. Über viele Kilometer erstreckt er sich ins Inland, gesäumt von hohen Bergen auf beiden Seiten und von zahlreichen blühenden Rhododendren.

Durch die blühenden Büsche beobachte ich Segelschiffe auslaufen und betrachte langgezogene Bojen-Reihen. Austern- oder Muschelzuchten vermutlich.

Ich folge dem Fjord noch ein Stück und biege dann rechts ab in die Berge. Durch die Berge und über die Berge tuckere ich gemütlich zurück in Richtung Galway. Ich kann mich kaum satt sehen an der Umgebung – was für ein schönes Land!

Motorrad am Killary Fjord
Motorrad am Killary Fjord (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)


Was du dir in Connemara ansehen kannst

Aughnanure Castle: Das ist eine Burgruine aus dem Mittelalter. Einst Sitz eines möchtigen Clans, ist sie heute eine hübsche Sehenswürdigkeit. Meinen Artikel dazu findest du hier: https://irland-insider.de/aughnanure-castle-versteckt-und-sehenswert/.

Clifden: Die hübsche kleine Stadt an der Westküste ist der wichtigste Ort in Connemara. Hier findest du auch Übernachtungen, Essen, Trinken und mehr. Siehe auch: https://www.discoverireland.ie/clifden.

Kylemore Abbey: Die Kylemore Abbey ist wohl die wichtigste Sehenswürdiigkeit in Connemara – sie ist aber auch schön! Meinen Artikel dazu findest du hier: https://irland-insider.de/die-kylemore-abbey-im-rauen-bergland-von-connemara/.

Connemara National Park: Eine der schönsten Bergwelten und einen der schönsten Nationalparks in Irland kannst du hier besuchen. Siehe: https://www.nationalparks.ie/connemara/.

Rundturm und Wohnturm (Keep) im Aughnanure Castle
Rundturm und Wohnturm (Keep) im Aughnanure Castle (Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg)

Fazit

Du kannst eine Doppelübernachtung in Galway einlegen und Connemara als Tages-Rundfahrt machen, oder auch als Einweg-Strecke fahren.

Wenn du mehr Zeit hast, dann kann ich dir sehr empfehlen m Connemara National Park eine kleine Wanderung einzulegen.

Nimm dir auch Zeit die Kylemore Abbey zu besichtigen. und wenn du mehr als einen Tag in Connemara verbringen möchtest, dann kannst du zum Beispiel einmal in Galway und einmal in Clifden übernachten. Wie auch immer du dich entscheidest, es wird dir gefallen!

Ich wünsche dir ganz viel Spaß in Connemara!

Eigen-Werbung für Easycruiser.tours
Eigen-Werbung für Easycruiser.tours

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Bildnachweis Titelbild: Pines Island Viewpoint und Berge von Connemara, Foto: Ulrich Knüppel-Gertberg (www.easycruiser.tourswww.irland-insider.dewww.ireland-insider.com)

Uli Verfasst von:

Hallo und schön, dass du hier bist! Irland ist interessant, vielseitig und landschaftlich traumhaft! Woher ich das weiß? Ich lebe und arbeite in Irland (Zweitwohnsitz) und habe die Insel intensiv und viele Male bereist. Vielleicht kann ich dich auch neugierig machen, auf die grüne Insel im Atlantik? Viel Spaß beim Lesen! Dein Ulrich Knüppel-Gertberg