22 Tipps für deinen Wanderurlaub in Irland

Wandern in Irland ist längst kein Geheimtipp mehr. Irland bietet über 42 ausgeschilderte Fernwanderrouten in den schönsten Landschaften:

Von typische irischem hügeligen Weideland, über tolle Berge und atemberaubende Küsten mit steilen Klippen und weißen Sandstränden – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Dazu kommen noch unzählige Loop-Walks, also Tages-Rundwege in allen Ecken der Insel.

Aber bei der Planung gibt es oft eine Menge Fragen zu beantworten – und darum geht es in diesem Artikel.

Ich arbeite und wohne in Irland – zumindest als Zweitwohnsitz. Wir betreiben hier eine Motorradvermietung (www.easycruiser.tours) und wir haben auch schöne Gästezimmer für Motorradfahrer, Wanderer und andere Reisende (www.the-view-accommodation.ie).


In meiner Freizeit wandere ich gerne und habe die Insel schon in alle Richtungen bereist – zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter. Insofern hoffe ich dir ein bisschen weiter helfen zu können bei deiner Urlaubsplanung.

Hier findest du meine Tipps zu deinem anstehenden Wanderurlaub in Irland:


Tipp 1: Die beste Reiseform für dich – auf eigene Faust oder organisiert?

Irland ist nicht schwierig. Auch wenn du eher unerfahren im Wandern bist oder vielleicht nicht so gut Englisch sprichst, ist es kein Problem auf eigenen Faust in Irland zu reisen.

Mit ein bisschen Englisch kommst du gut klar, denn die Iren machen es dir einfach. Sie sind in der Regel sehr nett und sehr hilfsbereit.

Und wenn die Wanderung sich als anstrengender herausstellt als erwartet, kannst du auch mal deine Tagesetappe abkürzen und für die letzten Kilometer ein Taxi bis zur Unterkunft nehmen.

Es gibt eigentlich keinen zwingenden Grund eine organisierte Wanderreise in Irland zu buchen, ausser du möchtest es gerne!

Für eine organisierte Reise spricht zum Beispiel, daß du einmal buchst und alle Informationen geliefert bekommst, die du benötigst.

Idealerweise wird dein Übernachtungsgepäck von Unterkunft zu Unterkunft transportiert, so dass du nur mit leichtem Tagesgepäck wanderst.

Wenn es ein Problem gibt, hilft der Veranstalter das zu lösen – auch am Samstag und Sonntag? Frage lieber vorher mal nach…Natürlich kostet der Service eine Kleinigkeit. Wenn Das Budget keinen Engpass darstellt ist das kein Problem, ansonsten machst du die Reise vielleicht doch lieber auf eigene Faust?

Es gibt organisierte Gruppenreisen und organisiert-individuelle Reisen. Wenn du gerne in Gesellschaft gehst, kannst du das tun. Der Vorteil: Du bist mit Gleichgesinnten unterwegs, lernst im Idealfall nette Leute kennen und bist beim Abendessen nicht Alleine. Nachteil: Gruppen können auch nerven, insbesondere wenn das allgemeine Lauftempo zu sehr von deinem abweicht.

Organisiert-individuell bedeutet, daß du ein Informationspaket bekommst, die Unterkünfte sind schon gebucht und der Gepäcktransport im Idealfall auch. Wandern tust du für dich und in deinem Tempo.

Welches die beste Reiseform für dich ist musst du entscheiden. Aber wie gesagt, wenn du auf eigene Faust reisen möchtest, ist das in Irland recht einfach.


Tipp 2: Die beste Wanderform für dich – Tageswanderungen oder Fernwanderweg?

Es gibt inzwischen 43 ausgeschilderte Fernwanderwege in Irland und es entstehen immer wieder neue. Manche davon sind Kombinationen von vorhandenen Wegen, die mit einander verbunden werden.

Es ist leicht einen passenden Fernwanderweg für dich zu finden, auf dem du mehrere Tage oder eine gute Woche am Stück laufen kannst.

Einige schöne Beispiele der Wicklow Way, der Dingle Way, der Beara Way, der Kerry Way, der Sheep`s Head Way, der Western Way Galway (Connemara) und der Western Way Mayo. Zu einigen davon habe ich schon Artikel geschrieben – einfach auf die Links klicken.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob du 25 Kilometer (mit Gepäck) jeden Tag über eine Woche laufen möchtest, kannst du alternativ auch eine Rundreise mit Tageswanderungen machen. Auch dazu habe ich einen Artikel geschrieben.

Dann kannst du je nach Wetter, Lust und Kondition mehr oder weniger viel laufen und dabei verschiedene Gegenden Irlands sehen. Du kannst jeweils Teilstücke der Fernwanderwege gehen, oder einige der lokalen looped walks, die es fast überall in Irland gibt.

Die Start- und Endpunkte der großen Fernwanderwege sin in der Regel mit dem öffentlichen Verkehr recht gut zum erreichen. Bei Tageswanderungen wird es allerdings deutlich schwieriger mit Bus oder Taxi, da führt kein Weg am Auto vorbei.

Tipp 3: Wähle die beste Jahreszeit für deine Wanderung

Das Internet ist voll von Artikeln über „die beste Reisezeit“, warum auch immer. Ich denke, die beste Reisezeit hängt sehr von deinen eigenen Bedürfnissen ab!

Die meisten Reisenden erwandern die irische Insel wohl in den Sommermonaten von Mai bis September. Da ist es am wärmsten, es gibt statistisch weniger Niederschlag als im Winterhalbjahr und überhaupt machen es alle so…..

Ist ja auch gar nicht verkehrt.

Aber ich persönlich laufe lieber bei 10-15 Grad als bei 25 Grad. Und weil ich hauptsächlich Halbtagestouren mache, kann ich mir die je nach dem Wetterbericht so einrichten, daß ich mal am Vormittag und mal am Nachmittag gehe.

Meine persönlich liebsten Wandermonate sind im Frühjahr ab Ende März bis Anfang Mai und im Herbst von Ende August bis Ende November.

In der frühen und späten Saison ist viel weniger los, Unterkünfte sind zwar teilweise geschlossen, aber sofern offen dann auch deutlich günstiger. Auch Flüge udn Mietwagen sind im Frühjahr und Herbst deutlich günstiger als im Sommer.

Regen ist durchaus ein Thema zwischen Dezember und Februar-März. In der Zeit ziehen gerne stürmische Winde über den Atlantik. Von Frühjahr bis Herbst gibt es immer wieder mal Schauer oder Nieselregen, aber anhaltende Tiefdruck-Wetterlagen sind eher selten.

Ich packe zwar immer meine Regenjacke ein, brauche sie am Ende aber gar nicht öfter, als in Deutschland auch.

Also, wähle den Sommer, wenn du ihn vorziehst, aber habe keine Scheu das Frühjahr oder den Herbst zu wählen. Die Zeit, die am besten zu dir passt, ist deine beste Reisezeit!

Tipp 4: Wo ist es zum Wandern am Schönsten?

Berge oder Meer? Oder beides? Schöne Berge findest du auf dem Wicklow Way südlich von Dublin (mein Hausrevier) und auf dem Kerry Way im Killarney Nationalpark. Außerdem auf dem Western Way Galway und dem Western Way Mayo.

Wanderungen am Meer findest du auf dem Dingle Way und auf dem Sheep`s Head Way, dem Beara Way und teilweise auf dem Kerry Way.

Die Wicklow Mountains liegen an der Ostküste und beginnen im Süden von Dublin – sie sind also prima zu erreichen, auch wenn du nur ein paar Tage Zeit hast.

Außerdem findest du an der Südostküste über 70 Kilometer Sandstrände und das statistisch sonnigste Wetter der Insel. Du kannst also ein paar Tage Wandern, ein bisschen chillen am Strand und einen Dublin-Aufenthalt prima verbinden ohne lange Anreisezeiten.

Alle anderen Vorschläge liegen an der Westküste, dem Wild Atlantic Way. Die wilde Atlantikküste ist spektakulär schön, wegen ihrer hohen Klippen. Du solltest einmal hier gewesen sein und du wirst wieder kommen wollen – versprochen!

Also wohin jetzt? Wer sagt denn, dass du nur einmal nach Irland reisen darfst…? 🙂


Tipp 5: Anreise – per Auto oder Öffentlichen Verkehrsmitteln

Ich habe es vorhin schon vorweggenommen: All größeren Orte sind in Irland mit dem Fernbus oder teilweise auch mit der Bahn erreichbar. Je nach Ort musst du aber vielleicht auch ein- oder zweimal umsteigen und entsprechend Zeit dafür einplanen.

Viele der Fernwanderwege kannst du daher mit öffentlichen Verkehrsmitteln um erreichen.

Für viele Tageswanderungen oder looped walks gilt das aber leider nicht. Die Einstiege liegen oft auf einem Hügel mitten im Nirgendwo, wo du ohne Auto kaum hinkommst.

Wenn du eine Rundreise mit Tageswanderungen planst, würde ich mit dem eigenen Auto reisen (Fähre Cherbourg-Dublin oder Cherbourg-Rosslare) oder in Dublin am Flughafen einen Wagen mieten.

Tipp 6: Die Wahl der Wanderkleidung

Du kennst das bestimmt auch: Wenn du die Regenjacke dabei hast, schleppst du sie nur herum, aber wenn du sie einmal zuhause lässt, schüttet es aus Kübeln!

Nimm zum Wandern immer eine Regenjacke mit, in der kühleren Jahreszeit ruhig auch eine Regenhose. Alternativ gibt es gute Wanderhosen und -Jacken mit wasserdichter Membran. Die guten, wasserdichten sind zwar oft auch teurer, aber dann brauchst du kein extra Plastikzeugs einpacken.

Tipp 7: Die Wahl der Wanderschuhe

Turnschuhe kann ich nur am Strand oder bei leichten kurzen Wegstrecken empfehlen. Ansonsten ist der Untergrund gerne geschottert, oder mehr oder weniger grob felsig. Festes Schuhwerk ist dann empfehlenswert, vor allem, wenn du mit Rucksack gehst.

Im Sommer und bei Tageswanderungen genügen halbhohe luftige Wanderschuhe. Wenn sie einmal nass werden ist das nicht so schlimm, weil du ja bald wieder am Auto bist und wechseln kannst.

Bei mehrtägigen Wanderungen, oder bei kühlem Wetter trage ich selbst immer wasserdichte und knöchelhohe Wander- oder Trekkingstiefel. Ich habe mehrere Paar davon und wähle dann je nach Wetter und Strecke eines aus. Gerade wenn du mehrtägig unterwegs bist, möchtest du die Füße trocken halten, glaube mir!

Dazu tragen übrigens auch gute Wandersocken aus Synthetikfasern oder Synhetik-Woll-Gemisch bei. Die bleiben auch im feuchten Zustand noch warm und trocknen schnell wieder. Socken aus Baumwolle sind völlig ungeeignet, weil Baumwolle schnell nass wird, dann kühlt und dann schlecht trocknet.


Tipp 8: Die Wahl des Rucksacks

Kommen wir zurück zu der Frage der Reiseform: Wenn du einen Fernwanderweg machst und dein Gepäck selbst trägst, dann empfehle ich in einen guten Wanderrucksack in der 55-75 Liter Klasse.

Mit Zelt und Campingausstattung würde ich ihn etwas größer wählen, ohne Zelt reichen 55-60 Liter locker aus.

Wichtig ist eine wasserdichte Regenhaube und ein gutes Tragesystem, welches das Gewicht des Gepäcks weg von den Schultern und gut auf deine Hüften verteilt.

Wenn du Gepäcktransport gebucht hast, oder Tageswanderungen machst, genügt ein kleiner Tagesrucksack um die 30 Liter. Regenzeug, Essen udn Trinken für den Tag, ein Pulli, Wanderführer und Karten und ein paar Kleinigkeiten wie Sonnenbrille oder Sonnencreme, mehr brauchst du nicht.

Wenn du keine Regenhaube magst, kannst du auch einfach den Inhalt des Rucksacks in mehrere wasserdichte Packbeutel einpacken.

Bei einigen felsigen Wegstrecken, wie dem Kerry Way, möchtest du vielleicht auch ausziehbare Wanderstöcke mitbringen um die Knie zu entlasten, vor allem bergab.

Tipp 9: Wichtige Accessoires nicht vergessen

Im Sommer darf die schon genannte Sonnencreme darf ins Gepäck, ebenso eine Sonnenbrille und ein Cap oder ein Hut.

Mücken sind in Irland ein kleineres Problem als die Midges in den schottischen Highlands, aber es kann auch mal welche geben. Wenn du vorhast, im Sommer an Seen oder Flüssen zu zelten, ist ein Mückenschutz eine gute Idee.

Schnell knickt man mal um, stützt sich mit der Hand ab und hat dann gleich zwei Blessuren – packe ein kleines Erste-Hilfe-Set ein. Vielleicht auch ein paar Blasenpflaster für die Füße.

Ich mag keinen steifen Nacken und trage meist ein Schlauch-Halstuch (Buff). In der kühleren Jahreszeit sind auch eine Mütze und leichte Fleece-Handschuhe eine gute Idee.

Tipp 10: Lass dich inspirieren – Blogs und Videos

Schau mal auf Youtube vorbei, es gibt viele Wanderer, die ihre Eindrücke von Irland dort hinterlassen haben. Ein bisschen Video-Suchten stimmt dich nicht nur auf die Reise ein, sondern hilft auch bei der Planung.

Wenn du lieber liest, dann bist du auf diesem Blog schon ganz richtig -lies einfach einige meiner Artikel in dieser Rubrik. Ich kann dir auch sehr den Blog und die Videos von Tough Soles empfehlen – schau dort mal vorbei.

Ein schönes Video von Tough Soles findest du hier.

Tipp 11: Informationen für die Planung – Karten und Wanderführer

Du findest zu fast jedem bekannterem Fernwanderweg in Irland auch Karten und Wanderführer auf Amazon oder über Google. In meinen Artikeln zu den einzelnen Fernwanderwegen habe ich schon konkrete Quellen verlinkt.

Einen interessanten Online-Shop für englischsprachige Karten und Führer findest du hier. Der irische Autor hat websites zu mehreren Fernwanderwegen aufgebaut und bietet eine gute Auswahl.

Ellie und Carl von Tough Soles sind 42 Fernwanderwege selbst gelaufen und haben sehr gute eigene Wanderkarten dafür angelegt, die du auf ihrer website kostenlos Downloaden und Ausdrucken darfst.

Tipp 12: Elektronische Helfer: Apps und GPS

Erfahrene Wanderer habe vielleicht schon ein Garmin GPS Gerät mit elektronischen Karten oder ein GPS eines anderen Herstellers. Alle anderen möchten vielleicht mal über eine solche Investition nachdenken? GPS haben nämlich den Vorteil, daß sie auch in Gegenden noch Empfang haben, in denen sich Smartphones gerne verabschieden….Das ist in den irischen Bargen durchaus häufiger mal der Fall. Wer also Bergwanderungen macht, sollte eines haben.

Ein Smartphone hat wohl fast jeder ohnehin dabei. Warum also nicht eine Wander-App mit Karten aufs Smartphone laden? Schau zum Beispiel mal bei Hiiker, Komoot oder Outdooractive vorbei.

Fernwanderwege und Loop-Walks sind meist gut beschildert. Meist, denn an der entscheidenden Kreuzung fehlt das Schild dann doch, ds GPS liegt zuhause und das Smartphone hat die Batterie leer….

In dem Fall hilft dann immer noch die gute alte Papierkarte, die ich als mindestens als backup mitnehmen würde.

Tipp 13: Wie wird das Wetter – wichtige Apps

Ich checke das Wetter regelmässig. Das hilft mir bei der Planung, beim Packen und unterwegs. Vor allem bei Tagestouren, wo ich ja in Bezug auf Ort und Zeit ein bisschen flexibel bin. Dazu reicht jede brauchbare Wetter-App auf dem Smartphone im Prinzip aus.

Noch besser finde ich die Wetter-App des irischen meteorologischen Dienstes, Met Éireann. Dort bekommst du detaillierte lokale Forecasts mit Karte auf der du die Wetterfronten ziehen siehst – sehr zu empfehlen.

Tipp 14: Wie übernachten – mit Zelt oder lieber B&B?

Die Frage bekomme ich oft gestellt. Wenn du dich für Wild-Campen in Irland interessierst, kann ich dir diesen Artikel von mir empfehlen.

Bei einigen Fernwanderwegen gibt es auch Campingplätze auf deiner Strecke, allerdings meist nicht für alle Stationen. Am Ende kannst du dich entscheiden, ob du Campingplatz und Wild-Campen kombinieren möchtest, oder Camping und Hostel.

Komfortabler geht es sicher mit B&Bs oder Kombination aus B&B und Hostels. Aber eben auch teurer.

Letztlich musst du entscheiden, wie viel Gepäck du tragen möchtest und wie hoch dein Reisebudget sein darf. Hotel/B&B und Gepäcktransport ist dabei sicher die komfortabelste Variante.

Tipp 15: Allgemeine Tipps zur Einreise nach Irland

Die Republik Irland ist Mitglied in der EU, aber nicht im Schengen-Abkommen. Das bedeutet, daß du deinen Reisepass zur Einreise benötigst.

Die Republik Nordirland gehört zu Grossbritannien und ist seit dem Brexit nicht mehr in der EU.

Für die Anmietung eines Mietwagens genügt der deutsche Führerschein. Du brauchst allerdings eine Kreditkarte für die Kautionsreservierung. Auf der irischen Insel gilt Linksverkehr.

die Währung ist der Euro. Gängige Kreditkarten und Debitkarten werden fast überall akzeptiert. Allerdings kann es kleinere B&Bs geben, die keine Karten akzeptieren, daher solltest du auch ein bisschen Bargeld dabei haben.

Bargeld bekommst du in Irland auch an jedem ATM, allerdings gibt es in kleinen Orten oft keine Bank. Dort kannst du aber meist Cashback im Supermarkt oder an der Tankstelle bekommen, d.h. Du tankst und lässt dir z.B. noch 100€ in Bar auszahlen, was beides mit deiner Debitkarte verrechnet wird.

Der Strom hat 230V, wie auch in Deutschland, allerdings mit dreipoligen englischen Steckern. Du brauchst also einen Reiseadapter für deine Smartphone-Ladegerät. Den kannst du auch notfalls noch am Flughafen kaufen.

Tipp 16: Buche rechtzeitig

B&Bs würde ich in jedem Fall im Voraus buchen, denn die meist wenigen Zimmer sind in der Saison gerne auch belegt und die nächste Option ist vielleicht ein paar Kilometer weiter.

Du findest Campingplätze in der Regel gut über Google Maps. Hostels und B&Bs werden dort auch oft gelistet, aber nicht immer.

Wir selbst nutzen die Apps von Booking.com oder Airbnb zur Buchung von B&Bs. beide Plattformen funktionieren in Irland sehr gut.


Tipp 17: Plane Sehenswürdigkeiten in deine Tour ein

Irland hat eine bewegte Geschichte und eine reiche Kultur. Wenn du ein bisschen Interesse dafür hast, dann plane unbedingt ein paar Sehenswürdigkeiten in deine Tour ein.

Mittelalterliche Klöster, wie Glendalough oder Clonmacnoise, Prächtige Schlossähnliche Gärten, wie bei Powerscourt Estate, ein Schloss mitten in der Altstadt, wie in Kilkenny oder prächtige Burgen, wie Cashel Rock, Cahir Castle oder Bunratty Castle sind unbedingt sehenswert!

Auch in Dublin kannst du dir das Book of Kells in der alten Bibliothek des Trinity College anschauen, die Christchurch Cathedral und das Stadtschloss besichtigen und in der Dublinia eine unterhaltsame Ausstellung zu Wikingern und Mittelalter in Irland anschauen. Darüber hinaus gibt es jede Menge Museen, Freilichtmuseen, Theater und Ausstellungen für Interessierte.

Tipp 18: Besuche Festivals oder kulturelle Veranstaltungen unterwegs

Die Iren sind ein familiäres und geselliges Volk. Sie lieben es, vor allem im Sommer, allerhand Festivals zu feiern, die überall im Land stattfinden.

Wenn du weisst, wo dich deine Reise hinführt, dann recherchiere doch auf Google mal ob dort in deinem Reisezeitraum ein Festival stattfindet.

Es gibt Musikfestivals, Theaterfestivals, Lese-und Dichterfestivals, Food-Festivals, wie zum Beispiel das berühmte Oysterfestival in Galway, es gibt Pferdemärkte mit und ohne Lifemusik, Ländliche Messen (mit Musik!), Gartenfestivals, Oldtimer-Shows, Flug-Shows, Oldtimer-Trekker-Shows und vieles mehr.

Das sind Veranstaltungen wo die Iren zusammenkommen und feiern – und Touristen dürfen gerne mitfeiern!


Tipp 19: Übernachte auf dem Rückweg in Dublin

Wenn du Städte wie Hamburg magst, dann wirst du Dublin auch mögen. Ich bin kein Stadtmensch, aber ich laufe gerne ein paar Stunden durch Dublin. Das schönere, ältere Zentrum liegt rund um Temple Bar und erstreckt sich in etwa vom Trinity College bis zur Christ Church Cathedral.

Nördlich davon verläuft der River Liffey und auch der alte Hafen ist fussläufig erreichbar. Wenn du willst, kannst du auch die Guiness Brauerei besichtigen, oder die Jameson Destillery.

Und bestimmt findest du etwas zum Einkaufen und damit nicht alles während deines Urlaubs mit dir herumschleppen musst, würde ich Dublin am letzten Tag machen.

Tipp 20: Respektiere die Farmtiere

Auf deiner Wanderung wirst du möglicherweise immer wieder Privatland überqueren. Anders als in Deutschland, sind Feldwege in Irland nicht für jedermann offen, sondern es liegt am BAuern, ob er Wanderern erlaubt die Wanderwege zu benutzen. Daher ist das Anlagen von Fernwanderwegen in Irland nicht ganz einfach, denn die Organisatoren benötigen viele Zustimmungen dafür.

Umso wichtiger ist es für alle Wanderer, auch die, die nach dir kommen, daß du dich respektvoll verhältst und zu einem guten Verhältnis von Bauern und Wanderern beiträgst: Wenn du ein Weidetor öffnest, dann schließe es auch wieder hinter dir, damit die Tiere nicht weglaufen. Wenn du siehst, daß der Wanderer vor dir das Tor offen gelassen hat, obwohl Tiere auf der Weide sind, dann schließe es für Euch beide.

Hunde müssen in der Nähe von Weidetieren an der Leine laufen. Das ist ganz besonders wichtig bei Schafen! Auf einigen Fernwanderwegen, wie zum Beispiel dem Sheep`s Head Way sind Hunde nicht erlaubt, weil die Farmer schlechte Erfahrungen mit freilaufenden Hunden gemacht haben.

Auch in einigen Wäldern besteht der Forst darauf, daß Hunde an der Leine gehen.

Offenes Feuer ist ein Tabu. Wenn du wild campst, auf Wanderwegen, wo das toleriert wird, dann kannst du meist einen Campingkocher verwenden, aber kein offenes Feuer.


Tipp 21: Leave no Trace

Hinterlasse keine Spuren – Leave no Trace, ist eine Initiative zum respektvollen Umgang mit der Natur um dich herum. Dazu gehört zum Beispiel auf den befestigten Wegen zu bleiben und keinen Müll zu hinterlassen. Verhalte dich als guter Gast, dann wirst du gerne wieder gesehen – und die Natur wird nachhaltig bestmöglich geschützt. Die Seite von Leave no Trace Ireland findest du hier.

Tipp 22: Nimm es wie es kommt und genieße den Moment!

Ja, es kann auch mal nicht alles so laufen, wie du es geplant hast. Das ist normal und Teil des Reiseerlebnisses. Die Iren sind in solchen Fällen sehr gelassen und nehmen es mit Humor. Kein Stress, wofür auch, du bist schliesslich im Urlaub.

Wenn du auf der Wanderung einregnest, gehe anschliessend in den Pub – gutes Essen, Trinken, und wenn du Glück hast, auch Musik, helfen die Moral wieder herzustellen.

Du planst eine Tour rund um die Insel und bist nach 3 Tagen kaum weiter als am ersten Tag? Macht nichts, auf den schmalen Straßen fährst du langsamer als woanders, das ist normal. Komme einfach nächstes Jahr wieder und mache die zweite Hälfte!

Wir sind jahrelang nach Irland in den Urlaub geflogen, bevor wir uns hier niedergelassen haben. Warum? Irland entschleunigt! Die gelassene Freundlichkeit der Menschen ist ansteckend und die die Natur ist wunderschön. Warum stressen – genieße den Moment!


Fazit

Ich hoffe, daß ich dir bei der Planung deiner Wanderung in Irland weiterhelfen konnte.

Wenn die die Qual der Wahl zu viel ist, fange einfach mit einer Wanderung an, die dich anspricht. Du kannst eigentlich nicht viel falsch machen dabei. Und wenn es dir gefallen hat, dann komme wieder und versuche eine andere…

In diesem Sinne wünsche ich dir einen tollen Wanderurlaub auf der Grünen Insel!

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Bildnachweis Titelbild: Ulrich Knüppel-Gertberg (www.easycruiser.tours, www.the-view-accommodation.ie, www.irland-insider.de und www.ireland-insider.com)

Uli Verfasst von:

Hallo und schön, dass du hier bist! Irland ist interessant, vielseitig und landschaftlich traumhaft! Woher ich das weiß? Ich lebe und arbeite in Irland (Zweitwohnsitz) und habe die Insel intensiv und viele Male bereist. Vielleicht kann ich dich auch neugierig machen, auf die grüne Insel im Atlantik? Viel Spaß beim Lesen! Dein Ulrich Knüppel-Gertberg